24. Juli 2018, 11:00 Uhr

Bienen

Vom Büro direkt zum Bienenstock

Schön, wenn man seine Haustiere mit zur Arbeit bringen darf. Bei Joachim Schönig sind das rund 300 000 Bienen. Der Hobby-Imker arbeitet beim RP Gießen in der Marburger Straße und hält sie im Garten.
24. Juli 2018, 11:00 Uhr
Joachim Schönig zeigt Regierungspräsident Christoph Ullrich und RP-Abteilungsleiterin Karin Ohm-Winter, wie man mit den Bienen umgehen muss. (Foto: Schepp)

In das Summen von Hunderten Bienen mischen sich Motorengeräusche von der Marburger Straße. Zwischen Bäumen und Sträuchern im Garten des Regierungspräsidiums (RP) Gießen fliegen sie ein und aus in die neun Holzkästen mit Bienenvölkern. »Die Stadt ist kein lebensfeindlicher Ort«, sagt Joachim Schönig und holt ein Rahmen mit Bienenwaben aus einem der Kästen, auf dem es nur so krabbelt.

Der Hobby-Imker arbeitet in der Behörde gleich nebenan. In der Abteilung Umwelt beschäftigt er sich mit Genehmigungen für Windkraftanlagen. Seit sieben Jahren darf er seine Tiere dort halten.

»Als Abteilung Umwelt stehen uns die Bienenvölker ganz gut zu Gesicht«, sagt Abteilungsleiterin Karin Ohm-Winter. Als Schönig 2011 gefragt habe, ob er seine Völker in den Garten stellen dürfe, habe sie deshalb gerne zugesagt. Auch wenn der 55-Jährige seinem Hobby unmittelbar am Arbeitsplatz nachgehen kann, erfordert es nicht ständig seine Aufmerksamkeit.

»Man muss seine Tiere gut kennen und wissen, was im Stock los ist«, sagt er. Ein- bis zweimal pro Woche schaue er derzeit nach dem Rechten. Während der Schwarmzeit im Mai sei das etwas öfter nötig. »Es ist einfach entspannend«, sagt er.

Stadthonig ist gefragt

Ein Grund für Schönig, seine Tiere in der Marburger Straße anzusiedeln, war: Echten Stadthonig zu produzieren. »Honig aus der Stadt ist sehr hochwertig und gefragt«, sagt er. Der Hobby-Imker lebt auf dem Land und hält dort rund 25 weitere Völker. Von Linden, Akazien bis Brombeeren bietet der urbane Lebensraum oft ganz andere Nahrungsquellen für die Bienen an als ländliche Regionen – und das schmeckt man.

Mit einem flachen Spatel kratzt Schönig die dickflüssige, goldgelbe Masse von den Waben und probiert. »Das hier ist Lindenhonig aus Honigtau«, sagt er. Zweimal kann er in dieser Saison in Gießen ernten und so 500 Gläser mit Honig füllen. Die wird es dann unter anderem im Herkules-Center in der Marburger Straße zu kaufen geben.

Die Tiere aus der Marburger Straße benutzt Schönig auch für die Zucht. »Die Bienen sind sehr vital und widerstandsfähig«, sagt er. Gezüchtet werde auch auf besonders sanfte Tiere. Daher verzichtet der Hobby-Imker auf Schutzkleidung, wenn er seine Haustiere besucht. »400 bis 500 Stiche im Jahr kriegt man schon«, sagt er. »Aber das ist auch verständlich, wenn wir in ihren Stock eindringen.« Die Tiere würden normalerweise nur aus Panik zustechen.

 

Lob des Regierungspräsidenten

 

Zur Besichtigung von Schönigs Bienenstöcken im Garten des Verwaltungsgebäudes ist am Montag auch Regierungspräsident Christoph Ullrich gekommen – auch um für die Kampagne »Bienenfreundliches Hessen« zu werben. »Wir wollen Bienen bewusst schützen und Lebensräume wie Blühstreifen schaffen«, sagte er. Die private Initiative des Gießener RP-Mitarbeiters lobte er ausdrücklich. Gestartet war die hessische Bienenkampagne 2017 mit dem Ziel, die Situation für Honigbienen und andere Bestäuber in Landwirtschaft und Gartenbau zu verbessern.

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