17. März 2019, 18:57 Uhr

Virtuos und facettenreich

17. März 2019, 18:57 Uhr
Martin Jopp (l.) und Adam Lord im harmonischen Zusammenspiel. (Foto: jou)

Musik aus Böhmen und Mannheim widmete sich das Main-Barockorchester Frankfurt unter Leitung des Violinisten Martin Jopp bei seinem Konzert am Freitag in der Johanneskirche. Das eröffnende »Allegro molto« des »Orchester-Trios« F-Dur von Johann Stamitz fesselte in der lebhaften, rhythmisch federnden Interpretation vom ersten Takt an.

Wie gewohnt vermochte das auf die historische Aufführungspraxis spezialisierte Ensemble, feine artikulatorische wie dynamische Details zutage zu fördern. In mannigfaltigen Schattierungen beleuchtete es das schwermütige Larghetto. Die Trübsal verflog im Nu beim zuversichtlichen, tänzerisch-beschwingten Menuett. Das makellos gemeisterte Gigue-Finale rundete den Hörgenuss ab.

Auch bei Frantisek Jiráneks Violinkonzert d-Moll begeisterte die feinsinnige Gestaltung restlos; Solist Martin Jopp und das Orchester gingen in harmonischem Zusammenspiel intensiv aufeinander ein. Wie Jopp der Solostimme filigrane melodische Facetten verlieh, bezauberte stark. Besonders faszinierte das Grave mit dem unendlich klaren und reinen Gesang der Violine über der schlichten, gleichförmigen Begleitung des Ensembles. Kaum steigerbar schienen Virtuosität und Spannkraft beim Allegro-Finale.

Ebenso mitreißend geriet der Kopfsatz der Sinfonie A-Dur von Franz Benda. Der affektgeladenen wie eleganten, durch ökonomischen Einsatz der kompositorischen Mittel bestechenden Musik konnte man sich auch beim Andante kaum entziehen. Das i-Tüpfelchen setzte das Schluss-Presto, derart rhythmisch perfekt ausgelotet brachte es das Ensemble zu Gehör.

Auch in der zweiten Programmhälfte beeindruckten die Darbietungen tief. Da verströmte etwa Jiráneks Sinfonia D-Dur unverbrauchte Vitalität und offenbarte originelle melodische Wendungen. Für einen dramatischen Abschluss sorgten die Ecksätze von Carl Stamitz’ »Orchester-Quartett« C-Dur, die ein graziöses Andante umrahmten. Lang anhaltendem Beifall folgte eine Zugabe.

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