13. September 2016, 18:23 Uhr

Viereinhalb Jahre Haft für Überfall auf Juwelier

Gießen (son). Für vier Jahre und sechs Monate muss ein 29-jähriger Mann wegen des Überfalls auf einen Gießener Juwelier ins Gefängnis. Die zweite Große Strafkammer des Landgerichts war überzeugt davon, mit dem Litauer den Drahtzieher der Tat vor sich zu haben.
13. September 2016, 18:23 Uhr
Tatort: Das Juweliergeschäft in der Bahnhofstraße. (Foto: jri)

Am 10. September 2015 hatten mehrere Männer das Geschäft in der Bahnhofstraße überfallen, eine Mitarbeiterin bedroht und überwältigt sowie Bargeld und Wertgegenstände im Wert von rund 10 000 Euro erbeutet. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass einige der beteiligten Männer wohl für weitere Raubüberfälle auf Juweliere in mehreren europäischen Ländern verantwortlich sind. Der Angeklagte wurde von seinen Mittätern, die derzeit in einem österreichischen Gefängnis sitzen, bei einer Vernehmung durch österreichische und deutsche Polizeibeamte, unter anderem als »Chef vor Ort« bezeichnet und damit schwer belastet.

Richter Andreas Wellenkötter bezeichnete die Tat als »klassischen Überfall auf einen Juwelier«. Das Gericht hielt sowohl die Aussage der betroffenen Mitarbeiterin bezüglich des Ablaufs der Tat, als auch die geständige Einlassung der in Österreich inhaftierten Mittäter für glaubwürdig. »Alle Aussagen sind auch untereinander stimmig«, sagte Wellenkötter. Auch die bei dem 29-jährigen gefundene Softair-Pistole, mehrere Pfeffersprays sowie eine Liste mit Adressen von Juwelieren seien Indizien, die die Aussagen der Zeugen stützen. Denn eben diese Werkzeuge seien bei den Überfällen zum Einsatz gekommen. »Insgesamt haben wir hier keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte an einem schweren, gemeinschaftlich begangenen Raub beteiligt war«, so der Richter.

Der 29-jährige habe zwar nicht den Laden betreten, aber die Tat organisiert, die Waffen und Taschen für die Beute an die anderen ausgegeben. Er habe Unterkunft für die Männer besorgt und den Tatort auskundschaftet, was für einen »hohen Organisationsgrad« der Tat spreche.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert, der Rechtsanwalt forderte Freispruch für den jungen Mann, dem noch in weiteren Ländern einiges Ungemach droht: So warten die österreichischen Behörden nur darauf, den Angeklagten ebenfalls vor Gericht zu stellen, um ihn für einen Raubüberfall in Villach/Kärnten zur Verantwortung zu ziehen. In Österreich drohen dem Angeklagten ebenfalls mehrere Jahre Haft. Haftbefehle aus weiteren europäischen Ländern sind zu erwarten, die alle als Einzelstrafen abgeurteilt werden, so dass dem 29-jährigen nun eine Europareise »anderer Art« bevorsteht.

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