20. Juni 2019, 14:46 Uhr

»Vielfalt statt sture Ausbildung«

20. Juni 2019, 14:46 Uhr
Dir für besondere Leistungen geehrten GGO-Abiturienten. (Foto: ige)

»Ich wünsche mir, dass wir uns von euch wachrütteln lassen.« Es gehört allerhand Respekt dazu, einen solches Ansinnen gegenüber Jugendlichen zu artikulieren. Als Vertreterin des Fördervereins und Mutter eines der 185 Abiturienten der Gesamtschule Gießen Ost, die am Mittwochabend in der Sporthalle Ost das Reifezeugnis erhielten, begründete Kerstin Maier ihren Wunsch so: Für die Großeltern der heutigen Absolventen sei nach dem Trauma des Zweiten Weltkrieges Wohlstand und Sicherheit vorrangig gewesen. Die Eltern hätten sich in den Nachwehen wie in einer Hängepartie befunden. Erst die derzeitige Schülergeneration habe gemerkt, dass man mit den Resourcen der Erde vernünftig umgehen und dem Klimawandel ernsthaft begegnen müsse.

Dass »Fridays for Future« nicht eine Ausrede sei, um Schule zu schwänzen, »sondern der Ausdruck von Haltung, der auf bemerkenswerte Weise die berechtigte Sorge um diese Welt deutlich macht« - diese Ansicht vertrat auch Schulleiter Dr. Frank Reuber. Leider habe - der in Gießen geborene - Physiker und Philosoph Harald Lesch recht, wenn er die Zweckorientierung der Universität kritisiere. Reubers Appell: Es müsse wieder mehr um Bildung gehen als um Ausbildung und »eine scheinbare Bestenauslese in Form einer Monokultur - also das Gegenteil von Vielfalt«. Notwendig seien »eine eigene Haltung« und »starke Werte«.

»Behaltet und entfaltet eure Fantasie«, wünschte den Abgängern Anja Fehrenbach als Elternvertreterin.

»Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor«, zitierte Carla Jost als Sprecherin der Abiturienten Goethes Faust, um gleich darauf einzuräumen: »Wir haben vieles gelernt, auch eigenständig zu denken.«

Elf Absolventen erreichten die Bestnote 1,0, nämlich Moritz Bachmann, Leonard Gonder, Ivo Gutmann, Christoph Hahn, Carla Jost, Tobias Jung, Julian Kaiser, Lisa Klein, Johanna Scharf, Fabian Schwickert und Nicolas Wiefelspütz. Das beste bilinguale Abitur legte Leona Ludwig ab. Insgesamt liegt der Schuldurchschnitt bei 2,27.

Zahlreiche weitere Ehrungen gab es für herausragende Leistungen in einzelnen Fächern sowie für besonderes Engagement in Arbeitsgemeinschaften oder der Schülermitverwaltung. Gekonnt durch den Abend führten Johanna Bartels und Noel Rentmeister. Musikalische Leckerbissen präsentierte die Schulband OSTinato.

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