22. Oktober 2019, 22:08 Uhr

Viele Ideen für besseres Lernen

22. Oktober 2019, 22:08 Uhr
Ideen, wie Schule besser werden könnte, erzählen GGO-Schüler vor dem Mikrofon des Hessischen Rundfunks - hier Junis im Gespräch mit Hanna Immich. (Foto: Schepp)

»Man sieht ja, dass wir noch sehr viel Frontalunterricht haben.« Louisa nickt hinüber zum nächsten Fenster: Jugendliche sitzen in Reih und Glied und blicken nach vorn zur Tafel. »Dabei weiß man doch längst, dass man viel mehr lernt in kleinen Gruppen...« Der 18-Jährigen fällt noch viel mehr ein zur Frage »Welche Schule brauchen wir?«. Auf unerwartet meinungsstarke Jugendliche stießen zwei Journalisten des Hessischen Rundfunks am Montag an der Gesamtschule Gießen-Ost. In ihrer »WIR-Box« interviewten sie Oberstufenschüler zum Auftakt einer einwöchigen Tour durch sechs Schulen in ganz Hessen.

In der vierten Runde der HR-Aktion »Deutschland 2019 - Wir hören dich« sind die jungen Hörer gefragt. Es geht um Bildungschancen und Fragen wie: Was macht Spaß in der Schule, was hilft beim Lernen? Wo hakt es, wo liegen Steine im Weg? Wie könnte Lernen noch leichter sein? Und gibt es auch Dinge, die in der Schule begeistern? Wie sehen Schülerinnen und Schüler 2019 ihre Zukunft, wie sieht gelungenes Lernen in rund zehn Jahren aus?

Radiosendung am 13. November

Die HR-Mitarbeiter Hanna Immich und Frank Statzner wollten die Interviews im blauen »WIR«-Bus eigentlich gemeinsam führen. Stattdessen teilten sie sich nun auf und richteten im Schulgebäude eine zweite Aufnahmestation auf. Denn die Mädchen und Jungen hatten einige Tage Zeit, um sich Gedanken zu machen. Und sie haben viele Verbesserungsvorschläge.

Louisa zum Beispiel sieht das Notensystem kritisch: Es verursache Stress und kurzfristiges oberflächliches »Bulimielernen« von Fakten, die man schnell wieder vergesse. »Viele Sachen, die wir lernen, sind wichtig fürs Leben. Da ist es schade, wenn man sie gar nicht richtig versteht.« Die 18-Jährige bedauert auch, dass sie sich in den elften Klasse für nur ein einziges musisch-künstlerisches Fach entscheiden muss.

Vielfältige Themen schneiden die Schülerinnen und Schüler an, berichtet Hanna Immich: Veraltete Literatur, zu wenig Ahnung der Lehrer von digitalen Medien, zu viel Unterrichtsausfall oder ungleiche Bildungschancen. Die Jugendlichen bestätigten die Erkenntnis, wie bedeutsam die Persönlichkeit eines Lehrers oder einer Lehrerin ist, der für ein eigentlich ungeliebtes Fach begeistern oder auch vorhandenes Interesse torpedieren kann. Viel Lob gebe es für Projektarbeit: »Sobald Jugendliche das Gefühl haben, dass sie mitentscheiden können, ist ihre Motivation viel höher.«

Möglicherweise werden einige der Ostschüler am 13. November im Radio zu hören sein. Zwischen 18 und 20 Uhr an jenem Mittwochabend werden in einer gemeinsamen Sendung aller HR-Wellen die Ergebnisse der Schultour vorgestellt. Sie ist die vierte und vorerst letzte Runde der Aktion zur Kernfrage »Was spaltet die Gesellschaft?«. Die ersten drei Themen waren ungleiche Geldverteilung, Toleranz sowie das Spannungsfeld unterschiedliche Herkunft, Religion und Kultur.

»Ich hoffe, dass etwas getan wird«, freut sich Louisa über die Gelegenheit, ihre Meinung zu sagen. Über Lernformen werde sonst kaum diskutiert. Für pädagogische Reflexion sei im Unterricht und im Schulalltag wenig Zeit, bestätigt Lehrerin Carmen Stabel-Schläfer, die als Mitglied der Schulleitung die Aktion von GGO-Seite organisiert hat.

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