17. Oktober 2018, 22:03 Uhr

Gießen-Gin

Viele Details betonen Liebe zur Stadt

17. Oktober 2018, 22:03 Uhr
LWG
Eine Szene aus Liebigs Labor schmückt die Flasche des Gießen-Gins. (Foto: lwg)

Es hätte kaum einen passenderen Ort für die Vorstellung geben können: Yan-Tobias Ramb und Michael Karber, die Entwickler des ersten Gießener Gins, präsentierten vergangenen Freitag ihr neues Produkt im historischen Hörsaal des Liebig-Museums. Der Gin hält nicht nur im Design einige Verbindungen zu Liebig und der Stadt bereit.

Vor der Enthüllung hielten Ramb und Karber die Neugier des Publikums auf Spannung und verrieten nach und nach Details und Entstehungsgeschichte. Was mit einer buchstäblichen Schnapsidee am Silvesterabend vor zwei Jahren begonnen hatte, gestaltete sich in der anfänglichen Rezeptentwicklung im heimischen Partykeller zunächst schwierig und erbrachte nicht die gewünschten Ergebnisse. Also nahmen die beiden an einem Destillier-Seminar in Österreich teil und entschlossen sich, ihr Produkt auf den Markt zu bringen. Mit Deutschlands ältester Brennerei, der Schlitzer Destillerie, fanden Ramb und Karber einen regionalen Partner.

Neben der essenziellen Wacholderbeere sind im Gin verschiedene Botanicals enthalten. Aromen, die jedem Gin einen individuellen Geschmack verleihen. Die Anzahl solcher Stoffe kann von drei bis 47 reichen. Ramb und Karber setzten bei ihrer Auswahl auf »authentische Botanicals, die die Region symbolisieren« und wählten Apfel und Rhabarber als Hauptkomponenten aus. Auf der Flaschenrückseite sind die weiteren Zutaten zu finden, Zitronenschale, Kardamom und Zimt. Durch die Veröffentlichung aller Inhaltsstoffe möchten die beiden beispielsweise Barkeepern gezieltere Gestaltungsmöglichkeiten bieten, wie Karber erklärte. Für eine gelungene Mischung empfehlen die beiden eine Apfelscheibe sowie eine getrocknete Hibiskusblüte.

Unter den Gästen war auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Sie hatte den Gin bereits im Vorfeld einmal probieren können. Professor Eduard Alter, Vorsitzender der Liebig-Gesellschaft, führte ein Feuerexperiment vor, durch das die Gin-Flasche spektakulär zum Vorschein kam.

35,39: Preis erinnert an Gießen

Das Getränk kommt in einer rauchgrauen Apothekerflasche daher, was nicht das einzige Andenken an Chemiker Justus von Liebig ist. In kupferfarberner Schrift ziert auch der von Liebig entwickelte Fünf-Kugel-Apparat das Logo. Zentrales Element stellt eine Illustration von Wilhelm Trautschold aus dem Jahr 1841 dar, die Liebigs Doktoranden in seinem Labor zeigt. Der hohe Alkoholgehalt des Getränks schlägt die Brücke ins heutige Gießen. Stolze 46 Prozent weist der Gießen-Gin auf und huldigt somit den Basketballern der Gießen 46ers. Doch damit nicht genug: Der Preis ist eine weitere Zahlenspielerei. 35,39 Euro wird die Flache (500 ml) im Webshop kosten und erinnert an die ersten vier Ziffern der Gießener Postleitzahl.

Im Handel ist der Gin bei Herrengut, der Tourist Info sowie der Weinraumwohnung erhältlich. Wer sich zunächst vom erfrischend hochprozentigen Geschmack überzeugen will, kann den Gin bei Heyligenstaedt, Knossos, Tandreas, Who Killed The Pig und im Lieblingsmensch probieren.

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