13. Oktober 2019, 18:56 Uhr

Krämermarkt

Viele Besucher am Einkaufs-Sonntag

Bei »goldenem« Herbstwetter und verkaufsoffenen Geschäften erlebt der Krämermarkt in der Gießener Innenstadt am Sonntag das Publikumsinteresse, das in den zwei Tagen zuvor verhalten blieb.
13. Oktober 2019, 18:56 Uhr
Neben Käse, Wurst, Brot und Wein gehören auf dem französischen Markt auch süße Köstlichkeiten natürlich dazu. (Foto: csk)

Schönes und Schauriges liegen am Wochenende in der Innenstadt dicht beisammen. An Günter Klingelhöfers Stand mitten im Seltersweg haben Besucher des Krämermarktes gerade noch exotische Mineralien und Edelsteine bewundert. Dann drehen sie sich womöglich um und sehen: »Die Geißeln der Menschheit!« So prangt es auf einer Leuchtreklame schräg gegenüber. Verkauft werden dort freilich nicht »Rücken, Arthrose, Bandscheibe, Entzündung, Fußpilz« und andere Gemeinheiten der Natur - sondern die passenden Mittelchen gegen das jeweilige Leiden. Und sofern das Zeug hilft, ist das ja auch wieder etwas Schönes.

Als eher mau bewerten viele Händler ihren Umsatz an den ersten beiden Markttagen. Am verkaufsoffenen Sonntag mit Kinderprogramm und goldenem Herbstwetter zieht die Nachfrage aber spürbar an. Entsprechend berichtet Uwe Krasson am Samstagnachmittag noch von »nicht so riesigem« Interesse. 120 bis 130 verschiedene Tees und Gewürze bietet er am Stand der Firma Dudel aus Gifhorn. Ein todsicherer Verkaufshit sei eigentlich der Erdbeerpfeffer, ein weiterer jede Art Tandoori-Gewürz, erklärt Krasson - und hofft auf bessere Geschäfte am Folgetag.

Gleich um die Ecke versucht Christine Nagel aus Solingen ihr Glück. Metalldeko, Windspiele und Dufthölzer locken die Kundschaft vorerst jedoch kaum. Deutlich gefragter scheint »Mitwachskleidung« à la Katja Weigelt. Was die Gießenerin zusammen mit einer Geschäftspartnerin näht, lässt sich zum Beispiel erst als Kleid, dann als Hoodie nutzen oder so geschickt umkrempeln, dass kleine Kinder dadurch jahrelang in ein und dieselben Klamotten passen. Nur eines kann die Wunderkleidung bisher nicht: jeder Belastung widerstehen. Sie sei »mit dem Rucksack irgendwo hängengeblieben«, berichtet eine Kundin, die ein gerissenes Stoffteil zurück zum Stand bringt. »Na sowas!«, sagt Weigelt und verspricht Reparatur.

Service ist ein Mittel der Kundenbindung. Alle Sinne der potenziellen Käufer anzusprechen, kann aber natürlich auch nicht schaden. Wie das funktioniert, zeigt einmal mehr der »Marché Français« am Kirchenplatz mit dem Duft von Käse, Flammkuchen und Gebäck. Zum perfekten Savoir-vivre gehört natürlich Stangenbrot. Dem köstlichen »Bagette Parisienne« - Stückpreis: drei Euro -fehlt unterdessen nur ein orthographisches Detail zur absoluten Perfektion: ein U.

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