21. August 2018, 18:01 Uhr

Haft

Versuchter Mord durch Unterlassen? Gießener Mutter von ausgesetztem Baby nun in U-Haft

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Eine Gießenerin hatte in München ihr neugeborenes Baby in einem Gebüsch ausgesetzt. Nun sitzt die Frau in Untersuchungshaft.
21. August 2018, 18:01 Uhr
(Foto: dpa/Symbolbild)

Mit einer Körpertemperatur von nur 26 Grad war das Baby am Samstag in einem Gebüsch gefunden worden. Eine Passantin, die ihren Hund Gassi führte und den Jungen sah, rettete dem Kleinen wohl das Leben. Die Spur führte die Ermittler über Umwege nach Gießen. Hilfreich sollen dabei Social-Media-Daten gewesen sein. In Wieseck wurde eine 27-Jährige vorläufig festgenommen, später aber zunächst wieder auf freien Fuß gesezt. Sie hat die Mutterschaft offenbar bestätigt.

Nachdem die Frau nach einer Vernehmung von der Polizei wieder entlassen worden war, sitzt sie nun in Haft, wie die Staatsanwaltschaft München I gegenüber dieser Zeitung bestätigt. Hintergrund sei die Schwere der Tat und eine Fluchtgefahr, obwohl die 27-Jährige in Gießen einen festen Wohnsitz hat. Es bestehe unter anderem der Verdacht des versuchten Mordes durch Unterlassen. Bisher waren Aussetzung und Körperverletzung als Straftatbestand infrage gekommen.

Die Frau aus Gießen, davon gehen die Ermittler aus, hatte am Freitag mit einer Internetbekanntschaft, einem 47-Jährigen, in München gefeiert. Da habe sie nach Angaben des Mannes noch einen kleinen Bauch gehabt. Nach einer gemeinsamen Nacht soll sie aus dessen Wohnung verschwunden sein. Kurz darauf traf er die 27-Jährige im Hausflur wieder. Dabei sei ihm aufgefallen, dass ihr Bauch flacher war.

Die Staatsanwaltschaft München I geht davon aus, dass die 27-Jährige ihr gerade geborenes Baby in der Zwischenzeit in einem nahe gelegenen Gebüsch ausgesetzt hatte. Nachdem die Passantin, die den Jungen gefunden hatte, die Polizei alarmiert hatte, war anhand der unfachmännisch abgetrennten Nabelschnur zu erkennen, dass die Geburt erst kurze Zeit zuvor stattgefunden hat.

Dem Jungen, der im Krankenhaus auf den Namen Justus getauft worden war, ging es am Dienstagabend unverändert: Lebensgefahr besteht nicht.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Gießen
  • Haftstrafen
  • Mord
  • Polizei
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Untersuchungshaft
  • Gießen
  • Florian Dörr
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos