14. Mai 2018, 21:51 Uhr

Verstorben, nicht vergessen

Der oberhessische Künstlerbund feiert in diesem Jahr 75-jähriges Bestehen. Weil dessen Akteure in ganz Oberhessen Kunst mach(t)en, ist es nur folgerichtig, dass an das Jubiläum an unterschiedlichen Orten erinnert wird. In Bad Nauheim ist nun die erste Ausstellung zu sehen.
14. Mai 2018, 21:51 Uhr

Das Jubiläumsjahr des oberhessischen Künstlerbunds (OKB) beginnt mit einer Erinnerungsausstellung in der Galerie Remise in Bad Nauheim. Seit den 1970er Jahren hat das Galeristen-Ehepaar Mörler die Aktivitäten des OKB begleitet, organisiert und gefördert. Anne Marie Mörler war über 20 Jahre die stellvertretende Vorsitzende, hat auch als Interimsvorsitzende die Geschicke des Vereins geleitet. Still und bescheiden, ohne öffentliches Tamtam und immer mit Herz. Auch daran erinnerte der aktuelle Vorsitzende Dieter Hoffmeister am Samstagnachmittag bei der gut besuchten Vernissage von »OKB gestern«, eine Gedenkausstellung an verstorbene OHG-Mitglieder.

Im Mai 1943 in Gießen gegründet

Gegründet wurde der OKB am 18. Mai 1943 in Gießen, die erste Ausstellung fand im Sommer im Bad Nauheimer Kurhaus statt. Gründungsmitglieder waren: Fritz Bender aus Herborn, Lotte Bingmann-Droese, Carl Bourcarde, Hanns Hagenauer, Josef Ködding, Walter Kröll, Heinrich List, Hellmuth Müller-Leutert und Hans Erwin Steinbach aus Gießen, Heinz Geilfus, Ilse Kayser und Otto Franz Kutscher aus Bad Nauheim, Margarete Kranz aus Butzbach und Wilhelm Viehmann aus Großen-Linden. Den größten Mitgliederzuwachs verzeichnete der OKB in der Nachkriegszeit, als es um praktische Hilfestellungen ging, wie das Organisieren von Papier und Farbe. Das Finden und Organisieren von Ausstellungsmöglichkeiten ist für den Vorstand bis heute ein wichtiges Thema.

Natürlich kann eine Galerie nicht systematisch von jedem ehemaligen Mitglied ein Kunstwerk präsentieren, das wäre viel zu umfangreich bei bislang gut 200 schon verstorbenen Mitgliedern. Dennoch sind überraschend viele Werke zusammengekommen, auch von Privatsammlern und eine Leihgabe aus dem Wetterau Museum (Sven Kuren). Neben vielen vertrauten Namen gibt es auch weniger bekannte zu entdecken. Und bei einigen überrascht schon mal ein Frühwerk (Paul Ess, Kutscher). Die meisten OKB-Mitglieder sind im Laufe der Jahre zur Abstraktion übergegangen, einige wurden dabei ausgesprochen farbstark. Davon zeugt vor allem das Werk von Ulrich Leman, von dem sich drei Werke aus verschiedenen Perioden (1927, 1939, 1975) vergleichen lassen.

Zum Spektrum des Gezeigten gehören die humorvollen Zeichnungen von Heinz Geilfus, kleinformatige Landschaftsaquarelle von Paul Maus, kleine bis mittlere Skulpturen aus diversen Materialien von Willi Mörler, Ruth Leibnitz, Rudolf Leman und des jung verstorbenen Ferdinand Eberstadt. Die bekannten Maler Karl Neumann, Karl Sümmerer, Hellmuth Mueller-Leutert, Wilhelm Viehmann und Paul Klose sind mit typischen Landschaftsmotiven vertreten, von Wilhelm Kufittich ist ein überraschendes Trio in der »Theaterloge« zu sehen.

Die gezeichneten Kinderporträts Ilse Kayser sind herzergreifend, Hanns Hagenauers ganzfigurige Frau wirkt nicht nur müde, sondern erschöpft. Abstrakte Farbexplosionen verbreiten gute Laune bei den Gemälden von Hans Schuch, Ruth Schmidt-Stockhausen und Walter Kröll, etwas verhaltener sind die Farbnuancen bei Erika Schönbrunn und Alfred Fischer. Mappen liegen aus mit weiteren Aquarellen und Zeichnungen, die Biografien aller Beteiligten sind nachlesbar und der neue OKB-Katalog ist für 15 Euro zu erwerben.

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