06. Juli 2017, 21:06 Uhr

Versiert auf kleiner wie großer Orgel

06. Juli 2017, 21:06 Uhr
Douglas Bruce beim Schlussapplaus.

Dies zeigte sich erneut beim Mittwochskonzert mit dem im Südschwarzwald lebenden Organisten Douglas Bruce. Unmittelbar anzusprechen vermochte durch das warme und ausgewogene Klangbild des Instruments etwa das tief empfunden zu Gehör gebrachte, schwermütige Largo aus dem Voluntary c-Moll von Maurice Greene. Dazu bildete das muntere Vivace ein zuversichtliches Gegenstück.

Auch in John Stanleys Voluntary a-Moll brachte Bruce das Ausdruckspotenzial der Hopkins-of-York-Orgel voll zur Geltung. Am meisten bezauberte die edle Anmut der Fuge. Vor nunmehr 105 Jahren wurde das in hervorragendem Zustand befindliche Instrument geweiht; aus diesem Anlass bot der aus Schottland stammende Musiker die Improvisation »Happy birthday to you«.

Künstlerische Versiertheit demonstrierte Bruce auch auf der großen Orgel. Beim Marsch G-Dur von Henry Smart wählte er ein gut passendes moderates Tempo, achtete dabei auf agogische Beweglichkeit und sorgte für einen sehr runden, harmonischen Eindruck. Virtuose Akzente setzte er auf der »Perle der Empore« beim Allegro D-Dur von Joao de Sousa Carvalho, derart spielerisch leicht gelang ihm die Motivik im zarten Flötenregister. In eine ernste Sphäre führte demgegenüber das Präludium h-Moll BWV 544 von Johann Sebastian Bach. Besondere Magie verbreitete die dazugehörige Fuge mit dem weitläufigen, gewöhnliche Zeitgrenzen aufhebenden musikalischen Fluss. Davon ging ungemein beruhigende Wirkung aus. Zur geistigen Erbauung dienten auch die beiden an der kleinen Orgel gespielten Choral-Präludien »O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen« und »Es ist ein Ros entsprungen« von Johannes Brahms.

Wieder zur mächtigen orchestralen Klangwelt der großen Orgel zurück führte die »Pièce Héroique« von César Auguste Franck, bei der Bruce die Tonstärke stetig an- und abschwellen ließ. Dass sich auf dem vielseitigen Instrument ebenso kammermusikalisch-intime Werke vortragen lassen, bewies die Aria von Noel Rawsthorne. Einen wirkungsvollen Abschluss bildete mit dem soghaften Klangstrom das Finale aus Louis Viernes Sinfonie Nr. 1 D-Dur. (Foto: jou)

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