10. Juli 2009, 22:58 Uhr

Verdienstkreuz für LLG-»Doktorvater«

Christoph Geibel betreute seit 1986 über 80 Geschichtswettbewerb-Beiträge Christoph Geibel betreute seit 1986 über 80 Geschichtswettbewerb-Beiträge am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium.
10. Juli 2009, 22:58 Uhr
Der LLG-Geschichtslehrer Christoph Geibel (l.) erhielt gestern von OB Haumann die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens. (Foto: Schepp)

Gießen (kw). »Eine solch tolle Kulisse hat man nicht immer, wenn man die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht«: Unter dem Beifall Hunderter Schüler, Dutzender Lehrer und einiger Kommunalpolitiker wurde der Geschichtslehrer Christoph Geibel gestern auf dem Hof des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums geehrt. Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann würdigte das »vorbildliche Engagement« des Gießeners außerhalb des Unterrichts.

Mit viel Aufwand hat Geibel seit 1986 junge Teilnehmer am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten betreut – von Mal zu Mal stieg ihre Zahl. Mehr als 80 Arbeiten seien mit seiner Unterstützung eingereicht worden, 64 davon wurden mit Preisen ausgezeichnet, mehrmals war die Schule auf Bundesebene ganz vorn dabei. erklärte Haumann. »In beeindruckender Weise« habe der Lehrer den Schülern bei der Themenauswahl geholfen, ihnen Tipps zur Suche von Material und Zeitzeugen gegeben, sie in Archive begleitet und zum Durchhalten motiviert. Die Qualität der »identitätsbildenden« Arbeiten sei oft so hoch, dass sie in der Öffentlichkeit Widerhall fänden und Anlass zu weiterer historischer Forschung gäben, so der OB.

Stadtverordnetenvorsteher Dieter Gail bezeichnete Geibel als »kleinen Doktorvater des LLG«. Als ehemaliger Stellvertretender Leiter der Schule habe er Geibels Engagement 20 Jahre lang selbst erlebt. Am Anfang seien nicht alle Kollegen begeistert gewesen, wenn ihre Schüler so viel Zeit in den Geschichtswettbewerb stecken, doch der leidenschaftliche Lokalhistoriker habe sich »nicht beirren lassen«.

Christoph Geibel hat Geschichte, Politik und Wirtschaft studiert und legte 1979 sein Zweites Staatsexamen ab. Nach vier Jahren an der Gesamtschule Lollar kam er 1983 an die Landgraf-Ludwigs-Schule. Das Bundesverdienstkreuz nahm er nur nach einigem Zögern an, hieß es gestern. »Ich mache es kurz« – dieses Versprechen hielt der Geehrte ein: »Dankeschön und euch allen schöne Ferien!«

Von einem schönen Abschiedsgeschenk der Abiturienten berichtete der bisherige Schulsprecher Jonas Zinn: Weil Geld von den Feiern übriggeblieben ist, spenden die Abgänger dem LLG 20 Fahrradständer im Wert von insgesamt 800 Euro.

Der scheidende Schulleiter Dr. Manuel Lösel ehrte schließlich rund 60 Schüler für unterschiedlichste Wettbewerbs-Erfolge.

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