29. Dezember 2016, 19:21 Uhr

»Verabredung zum Mord«

Urteil erst Anfang Januar

Eigentlich wollte die Schwurgerichtskammer des Landgerichts am gestrigen Donnerstag das Urteil in dem Strafprozess wegen Verabredung zum Mord verkünden. Doch wegen einer Erkrankung von Verteidiger Ramazan Schmidt mussten die beiden für diese Woche geplanten Verhandlungstage kurzfristig abgesagt werden. Das Verfahren soll nunmehr in der kommenden Woche abgeschlossen werden, mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Dienstag sowie der Urteilsverkündung am Donnerstag.
29. Dezember 2016, 19:21 Uhr
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Von Guido Tamme
Die Plädoyers waren deshalb auf Donnerstag verschoben worden. Gestern Morgen kam dann kurz vor Beginn der Sitzung eine neuerliche Absage aus der Kanzlei: Der Anwalt stehe für den Rest der Woche nicht zur Verfügung. Kammervorsitzende Regine Enders-Kunze machte aus ihrer Verärgerung über die zweiteilige Krankmeldung keinen Hehl: »Ich bin etwas ungehalten.«

Verteidiger erkrankt,
Richterin »ungehalten«

Dem 57-jährigen Westhessen wird angelastet, über ein Internetforum für Menschen mit Selbstmordtendenz mit einer Leipzigerin verabredet zu haben, dass er sie in einem Wald bei Gießen aufhängt. Tatmotiv soll sexuelle Befriedigung gewesen sein. Die am Borderline-Syndrom erkrankte 23-Jährige hatte sich jedoch kurz vor dem für den 28. April anberaumten Treffen einem Freund anvertraut. Der hatte einen RTL-Reporter eingeschaltet, der wiederum die hiesige Polizei verständigte. So konnte der Frührentner in der Nacht vor dem Gießener Bahnhof festgenommen werden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
Das in seinem Auto entdeckte Fesselwerkzeug sei für »sadomasochistische Rollenspiele« gedacht gewesen. In den Chats und Telefonaten mit dem Opfer war davon aber keine Rede gewesen.
Opfer waren meistens Prostituierte, in den letzten Jahren auch psychisch labile Frauen. 1988 war der schwer übergewichtige Westhesse wegen Vergewaltigung einer Gießener Prostituierten zu einer Haftstrafe von knapp drei Jahren verurteilt worden.
Rainer Gliemann hatte dem 57-Jährigen kürzlich als sexuellen Sadisten eingestuft und ihm volle Schuldfähigkeit bescheinigt.


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