22. Oktober 2008, 21:52 Uhr

Universität und Partner forschen gemeinsam

Gießen (si). Der bei der »Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz« (»Loewe«) im Juni ausgezeichnete Gießener Schwerpunkt »Kulturtechniken und ihre Medialisierung« hat gestern seine Arbeit aufgenommen.
22. Oktober 2008, 21:52 Uhr
Ministerin Lautenschläger überreichte den Bewilligungsbescheid an JLU-Präsident Hormuth (M.) und Urkunden an die Koordinatoren Lobin (JLU, 2.v.r.), Haslinger (Herder-Institut, r.), und FH- Präsident Grabatin (l.), als Vertreter des dritten Projektpartners. (Foto: Schepp)

Gießen (si). Der bei der »Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz« (»Loewe«) im Juni ausgezeichnete Gießener Schwerpunkt »Kulturtechniken und ihre Medialisierung« hat gestern seine Arbeit aufgenommen. Ministerin Silke Lautenschläger überreichte den Bewilligungsbescheid, mit dem bis Ende 2010 rund 2,34 Millionen Euro an die Justus-Liebig-Universität sowie an die beiden Partner, die Fachhochschule Gießen-Friedberg und das Herder-Institut Marburg, fließen. Mit weiteren 480 000 Euro könne das Projekt nach ihren Vorstellungen im Jahr 2011 rechnen, sagte die Ministerin bei einer kleinen Feier im Margarethe-Bieber-Saal.

Bei der ersten Loewe-Förderrunde unterstützt die Landesregierung fünf Zentren und fünf Schwerpunkte zunächst bis 2010 mit insgesamt 115 Millionen Euro. »Kulturtechniken und Medialisierung« konnte sich hessenweit als einziger geisteswissenschaftlicher Schwerpunkt durchsetzen, zugleich ist es das einzige geförderte Projekt, bei dem die Justus-Liebig-Universität Hauptantragsteller war. Die Federführung liegt bei Prof. Henning Lobin, neben ihm sind zehn weitere Hochschullehrer der Justus-Liebig-Universität - darunter Prof. Peter Haslinger, der zugleich das Herder-Institut leitet - und zwei der Fachhochschule mit Einzelprojekten beteiligt.

Inhaltlich stehen dort »kommunikative Kulturtechniken« wie Lesen und Schreiben im Mittelpunkt, die die Grundlage jeder komplexen Gesellschaft bilden. Thematisiert wird, wie sich diese Kulturtechniken verändern und auf die Gesellschaften zurückwirken. Dabei würden sprach-, kultur-, sozial- und geschichtswissenschaftliche Ansätze miteinander kombiniert, sagte Lobin, der gestern das Projekt detailliert vorstellte (die AZ berichtete bereits ausführlich). Die »Kulturtechniken« seien nicht nur außeruniversitär bei den Partnern, sondern auch in der Hochschule gut verankert, beispielsweise durch Kooperationen mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) oder dem International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC). Die Kontakte sollten nun weiter ausgebaut werden. Fernziele seien die Bewilligung eines DFB-Sonderforschungsbereiches oder eines Exzellenzclusters, sagte Lobin.

Ein Teil der Fördermillionen wird in Qualifikationsstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs fließen. Schon im ersten Schritt soll es etwa zehn (halbe) Promotionsstellen geben, außerdem drei für »Postdocs«.

Das Projekt sei in wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht hochrelevant, sagte Lautenschläger. Die Gegenwart sei gekennzeichnet von einem medialen Umbruch mit rasant zunehmender Digitalisierung von Informationen und immer schnelleren Übermittlungswegen. Diese Mechanismen und ihre Folgen zu erforschen, sei spannend. JLU-Präsident Prof. Stefan Hormuth bekräftigte, dass die Universität schon vor Jahren einen ihrer beiden Schwerpunkte in den Kulturwissenschaften gesetzt habe. Der Erfolg der »Kulturtechniken« beim Loewe-Programm müsse auch in dem Zusammenhang gesehen werden.

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