29. April 2009, 21:44 Uhr

Universität: Fachbereiche erhalten mehr Geld

Die Universität rechnet auch in den kommenden Semestern mit Kompensationsmitteln für die abgeschafften Studiengebühren.
29. April 2009, 21:44 Uhr

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität rechnet auch in den kommenden zwei Semestern mit insgesamt rund 13,6 Millionen Euro an Kompensationsmitteln (»QSL«) für die abgeschafften Studiengebühren - der gleichen Summe wie in den vorangegangenen Halbjahren. Allerdings sollen die Fachbereiche davon künftig nicht mehr nur die Hälfte, sondern 60 Prozent erhalten und in eigener Regie verteilen können. Entscheidendes Kriterien bleibt die Zahl der Studierenden in der Regelstudienzeit. Das Präsidium habe damit einem vielfach geäußerten Wunsch entsprochen, sagte JLU-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee gestern im Senat, den er über die Grundsatzentscheidung der Hochschulleitung informierte. Gleichzeitig benannte das Gremium die acht Mitglieder für die Vergabekommission, die dem Präsidium Vorschläge zur Verwendung der nun auf 40 Prozent gekürzten zentralen Mittel machen soll. Sie besteht zur Hälfte aus Studierenden.

Von den insgesamt 5,6 Millionen Euro aus dem »zentralen Topf« kann ein kleiner Teil (230 000 Euro) durch zweckgebundene, über vier Semester laufende Projekte nicht mehr ausgegeben werden. Mit dem Rest sollen - ausschließlich - fachbereichsübergreifende Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre finanziert werden. Die dezentralen Mittel zielen auf bessere Lehrleistungen und Betreuungsrelationen. Ein vom Ministerium vorgegebener Kriterienkatalog macht jetzt noch deutlicher, an welche Angebote gedacht wird. Danach gibt es fünf Leistungsbereiche: Vom Studienservice - darunter fallen beispielsweise die Studienberatung oder Maßnahmen für Studierende mit Kindern - über die Bibliotheken (längere Öffnungszeiten, mehr Lese- und Arbeitsplätze), Lehre (Qualifizierung von Mitarbeitern, Einstellung von Hilfskräften), »Internationales« (mehr Sprachkurse, intensivere Betreuung von Austauschstudierenden) bis zur Infrastruktur (Ausstattung der Hörsäle, Labore) und zur Evaluation.

Von den knapp 8,3 Millionen Euro, die dezentral vergeben werden, wandert der größte Teil (1,42 Millionen) in die Sozial- und Kulturwissenschaften - dort gibt es die relativ meisten Studierenden innerhalb der Regelstudienzeit. Auch die anderen Fachbereiche erhalten rund 515 Euro pro Student: Die Medizin bekommt dadurch 1,2 Mio. Euro, »Sprache, Literatur und Kultur« 1,02 Millionen Euro.

Anträge für die dezentralen Mittel kann jedes Mitglied des Fachbereichs stellen, bei den zentralen Geldern gilt das für jedes Hochschulmitglied. Die zentrale Vergabekommission tagt am 10. Juni und dann - in der vorlesungsfreien Zeit - noch einmal am 27. Juli. Die Entscheidungen sollen möglichst frühzeitig fallen, damit die Maßnahmen zu Beginn des Wintersemesters umgesetzt werden können.

Informiert wurden die Senatsmitglieder außerdem über Neuigkeiten aus Forschung und Lehre, die die ganze Hochschule betreffen. So ist der Antrittsbesuch der hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann für den 27. Mai (vormittags) vorgesehen, Staatssekretär Gerd Krämer kommt bereits am 19. Mai (nachmittags) an die Justus-Liebig-Universität.

Mukherjee berichtete außerdem von einem Treffen mit den Studiendekanen nach Vorlesungsbeginn. Danach sind die Veranstaltungen »vergleichsweise problemlos« angelaufen - trotz »einiger Probleme« im Detail; das Präsidium werde sich weiter bemühen, hier Abhilfe zu schaffen, sagte er, ohne auf die Einzelheiten einzugehen. Aus einer schriftlichen Vorlage ergibt sich schließlich, dass das Präsidium in den vergangenen Wochen die hohe Zahl von acht Rufen erteilte. Einer Rufannahme stehen vier -ablehnungen (aus älteren Verfahren) gegenüber. Die Verhandlungen seien schwieriger geworden, sagte der Vizepräsident

An JLU-Präsident Prof. Stefan Hormuth richteten die Senatsmitglieder beste Genesungswünsche. Mukherjee hatte zuvor mitgeteilt, dass Hormuth Ende März erkrankt sei und sich nach einer schweren Operation auf dem Weg der Besserung befinde.

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