14. Januar 2016, 14:43 Uhr

Uni Gießen bekommt eigenen Pottwal

(pm/dpa/fd). Riesiger Neuzugang an der Justus-Liebig-Universität Gießen: Die Hermann-Hoffmann-Akademie für junge Forscher in der Senckenbergstraße wird künftig im Besitz eines eigenen Pottwal-Skeletts sein.
14. Januar 2016, 14:43 Uhr
(Foto: dpa)

Was steckt dahinter?

Wie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) am Donnerstag entschied, wird einer der kürzlich vor Helgoland gestrandeten Pottwale nach Gießen gehen. Die Knochen des etwa 15 Meter langen Tieres, das derzeit auf Nordstrand zerlegt wird, sollen Anfang kommender Woche angeliefert werden, kündigte Prof. Dr. Volker Wissemann, der Leiter der Hermann-Hoffmann-Akademie, an. Es handelt sich um eine gemeinschaftliche Initiative der Hermann-Hoffmann-Akademie und des Fachbereichs Veterinärmedizin. „Wir freuen uns sehr, dass wir den Zuschlag bekommen haben, obwohl es viele Interessenten für die Skelette gab“, betonte Wissemann.

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Was war mit den Walen geschehen?

An der Nordseeküste sind mindestens elf Pottwale verendet. Fünf Tiere starben nach einem stundenlangen Todeskampf in der Nacht zum Mittwoch an der Küste der niederländischen Wattenmeer-Insel Texel. Drei Pottwale kamen an der Küste Schleswig-Holsteins ums Leben, bereits am Freitag waren zwei Wale auf der ostfriesischen Insel Wangerooge gestrandet. Ein weiterer toter Meeressäuger trieb in der Wesermündung. Weshalb die Tiere sich in die Nordsee verirrten, ist unklar. Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund berichtete von verschiedenen möglichen Gründen: «Es kann natürliche Ursachen haben, an Unterwasserlärm, an Solaraktivitäten oder an Krankheiten liegen, aber auch an seismischen Aktivitäten oder militärischem Sonar.»

Was passiert nun mit dem Wal?

Um das Skelett von allen Fleischresten zu befreien, wird es über mehrere Monate in Flüssigkeit lagern, voraussichtlich auf dem Gelände des Fachbereichs Veterinärmedizin. Der Vorgang nennt sich Mazeration. Anschließend muss es noch entfettet werden, bevor der Pottwal in die Hermann-Hoffmann-Akademie einziehen kann.

Wie ist es mit den Kosten?

Die genauen Kosten von Skelettierung, Teilentsorgung, Transport, Lagerung, Präparation und Aufstellung können noch nicht kalkuliert werden, vieles geschieht in Eigenleistung. „Dennoch dürfte am Ende eine Summe von 20.000 Euro notwendig sein, um den Gießener Wal adäquat zu zeigen. Hierfür ist die Hermann-Hoffmann-Akademie auf Spenden angewiesen“, erklärte Wissemann.

Was ist eigentlich die Hermann-Hoffmann-Akademie?

Mit der Hermann-Hoffmann-Akademie hat die JLU vor einiger Zeit einen besonderen Lernort für junge Forscherinnen und Forscher geschaffen. Er dient unter der Devise „Lernen durch Lehren“ der Wissensvermittlung durch Studierende und beherbergt unter anderem ein Schüler- und Forschungslabor, eine Dino-Werkstatt, eine Bibliothek, einen Hörsaal sowie einen Aquarien- und Vivarienraum, in dem Lehramtsstudierende sich mit dem Einsatz von Tieren im Biologieunterricht beschäftigen. Auch das Implantarium, die Grüne Schule der JLU, hat hier ihren Platz. Namensgeber der Akademie ist  der Botaniker Heinrich Karl Hermann Hoffmann (1819-1891), der fast fünf Jahrzehnte an der Universität in Gießen wirkte und dessen Arbeit weit über die Region hinaus Bekanntheit erlangte.

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