20. September 2019, 22:02 Uhr

Ungewöhnliche Hörereignisse

20. September 2019, 22:02 Uhr
Das Manfred Becker Ensemble spielt zum Auftakt der Reihe am 25. September. (F: Archiv)

In Bezug auf Neue Musik gab es bis zum vorigen Jahr eine Lücke im Gießener Konzertangebot. Mit der Reihe »Musik im Pausenraum« wurde die aber auf Initiative der Kulturamts und in Kooperation mit dem Institut für Musik und Musikwissenschaft der Universität geschlossen. Und weil die kleinen, aber feinen Konzerte im Pausenrum des Rathauses so gut angenommen wurden, wird die Reihe fortgesetzt. Wie, das berichteten nun Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher und Stephanie Jackson vom Kulturamt und machten auf fünf »ungewöhnliche Hörereignisse« jeweils um 19.30 Uhr an einem Mittwoch neugierig. Karten zum Preis von 8, ermäßigt 5 Euro gibt es jeweils an der Abendkasse.

Los geht es am 25. September mit dem Manfred Becker Ensemble, das sich mit seinnem Programm »Grenzgänger« vorstellt. Tanz von Mamiko Sakurai, Zeichnungen von Dorothe Rocke und Texte von Götz Eisenberg, gelesen von Rainer Hustedt, fügen sich mit der Musik von Manfred Becker (Akkordeon), Wollie Kaiser (Bassklarinette und Bassflöte), Julien Blondel (Cello) und Joe Bonica (Schlagzeug) zu einem vielfarbigen Projekt zusammen. Grenzgänger verschiedener Kunstformen begegnen sich hier.

Gregor Glogowski und Benjamin Hoesch, die kürzlich auf der taT-Studiobühne als Regisseure von »De rerum natura« zu erleben waren, kommen am 23. Oktober mit ihrem Programm »Una solo« nach Gießen. Fagottist Johannes Schwarz ist mit seinem 3000 Töne umfassenden Klangarchiv Solist des Abends, in dem die beiden Theatermacher sich dem Phänomen eines nerdigen Terroristen und eines ebenso nerdigen Klangsammlers annähern. Ted Kaczynski, ehemaliger Harvard-Professor der Mathematik, schickte aus dem Wald Briefbomben. Johannes Schwarz, Solist und Mitglied des Ensemble Modern, setzt zu dieser Geschichte seine Soundfiles - nicht minder extremistisch.

Etwas leichter zugänglich dürfte der Abend mit der Querflötistin Marie-Christine Zupancic und der Fachtexte lesenden Julia Freund am 31. November sein. Gravitationszentrum des Konzerts ist Brian Ferneyhough’s »Cassandra’s Dream Song« aus dem Jahr 1970. Mit Luciano Berios »Sequenza I« (1958), Toru Takemitsus »Voice« (1971) und Tristan Murails »Unanswered Questions« (1995) setzt sich die Flötistin in »Dreamsong« mit Werken auseinander, denen Texte über Musik und Kunst entgegengesetzt werden. Akustische und analoge elektroakustische Instrumente, genauer vier Plattenspieler, kann man am 22. Januar beim Auftritt des Analog Terzetts mit »A gleam of reality in times of digital hype« erleben. Es spielen Claus van Bebber (manuelle Samples/Loops), Frank Rühl (Elektrogitarre) und Joachim Zapf (Klarinette/Saxofon).

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