06. Oktober 2017, 06:00 Uhr

Tourist Info

Umzug: Hier ist künftig die Tourist Info

Die Tourist Info zieht aus der Kongresshalle aus. In ihrem neuen Domizil wird sie sich das Geschäft aber mit einem anderen Mieter teilen.
06. Oktober 2017, 06:00 Uhr
Der Schriftzug wird bald verschwinden. Anfang 2018 ziehen Tourist-Information und Weltladen in das Gebäude ein. (Foto: ep)

Gießen hat eine Tourist Information? Stadtmarketing-Chef Sadullah Güleç hat diese Frage schon häufiger gehört. Kein Wunder: In dem unscheinbaren Anbau an der Kongresshalle wird die Einrichtung kaum wahrgenommen. Doch das wird sich ändern: Die Tourist Info wird Nachmieter von Büro-Funk, das Schreibwarengeschäft ist aus der Schulstraße ausgezogen und künftig am Standort in der Marburger Straße zu finden. Auch der Weltladen wird in der Schulstraße heimisch. Mitte Oktober soll der Umbau beginnen, am 1. Januar beginnt der Mietvertrag. Eröffnen wollen sie gemeinsam, bis März soll das geschehen sein. Über diese und weitere Neuigkeiten sprachen die Verantwortlichen am Donnerstag beim neuen Mieter: Der Wohnbau.

Große Herausforderung
 

Deren Geschäftsführer Reinhard Thies zeigte sich angetan vom neuen Mieter-Duo. »Stadtmarketing und Wohnbau sind städtische Geschwister, beide haben das öffentliche Interesse im Kopf. Und der Weltladen ist ebenfalls ein Akteur, der sich nicht nur fürs Geldverdienen interessiert.« Sondern vor allem für den fairen Handel, wie Trägervereins-Vorsitzende Ilse Staude betonte. Am bisherigen Standort in der Bismarckstraße sei das aber nur bedingt möglich. Lediglich 20 Passanten kämen hier pro Stunde vorbei, in der Innenstadt seien es im gleichen Zeitraum 600. »Unsere Vision vom gerechten Handel lässt sich besser umsetzen, wenn wir ins Herz der Stadt rücken«, ist Staude überzeugt. Doch der Standortwechsel bringt auch Herausforderungen mit sich: »Wir müssen doppelt so viel verkaufen, um die Miete stemmen zu können.«


Alter Anbau unpraktisch

Auch Güleç war mit seinem Standort alles andere als zufrieden. Der Anbau an der Kongresshalle sei nicht nur schwer zu finden, sondern auch unpraktisch gewesen. »Der Empfangsbereich war zu klein, wir konnten unsere Produkte nicht adäquat präsentieren. Außerdem gab es keine Trennung zum Arbeitsbereich. Das war eine unbefriedigende Situation.« Umso glücklicher sei das Team, jetzt in die Innenstadt zu ziehen. »Wir müssen dorthin, wo die Gäste sind.«

Kirchenplatz und Seltersweg nicht möglich
 

Wobei der Stadtmarketing-Chef keinen Hehl daraus macht, dass es in der Stadt bessere Orte gegeben hätte. »Wir hätten uns den Kirchenplatz gewünscht, wenn man uns gelassen hätte.« Der Seltersweg sei ebenfalls attraktiv, die dortigen Mieten seien aber schlichtweg zu hoch. Die Schulstraße sei daher die unter den gegebenen Umständen die bestmöglichste Lösung, um die jährlich knapp 150 000 Hotel- und bis zu 1,25 Millionen Tagesgäste anzusprechen. »Der Standort liegt nah am Kirchenplatz, wo vor allem die Lahntal-Touristen mit ihren Fahrrädern ankommen. Auch der Marktplatz und die Fußgängerzone sind direkt um die Ecke.«

Thies fordert Verkehrsberuhigung
 

Wenn es nach Thies ginge, würde die Fußgängerzone sogar noch näher an den Laden rücken. Nämlich direkt vor die Haustüre. Der Wohnbau-Chef bezeichnete die derzeitige Verkehrssituation mit zugeparkten Gehwegen und wendenden Autos als »Katastrophe«. Weiteres Problem: Da vor dem Geschäft direkt der Bürgersteig beginnt, sei es schwierig, einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Man werde daher zunächst eine provisorische Lösung finden müssen, zum Beispiel in Form einer mobilen Rampe. Auf lange Sicht müsste aber etwas Grundsätzliches geschehen. »Mit Möbel-Funk ist ein für den Zuliefererverkehr verantwortlicher Akteur weggefallen. Vielleicht beschleunigt das den Prozess einer Verkehrsberuhigung.«
 

Anbau an Kongresshalle vor Abriss


Ob es für die Bismarckstraße schon einen Nachmieter gibt, ist nicht bekannt. Das Schicksal der Tourist Information an der Kongresshalle scheint indes besiegelt. Güleç will zwar nicht ausschließen, dass sich hier ein Zwischennutzer findet, auf kurz oder lang rechnet er aber mit dem Abriss des Betonklotzes. Die meisten Gießener dürften das verkraften.

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Weltladen braucht Hilfe

Umzug, neue Möbel, ein modernes Kassensystem: Der Weltladen rechnet mit rund 40 000 Euro, die der Standortwechsel kosten wird. Um das zu stemmen, haben die Verantwortlichen ein Finanzierungskonzept aufgestellt. Wer helfen will, kann der Einrichtung ein Darlehen gewähren, Geld spenden oder spezielle Gutscheine erwerben. Weitere Infos gibt es vor Ort oder auf der Internetseite www.weltladen-giessen.de.

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