26. November 2009, 20:14 Uhr

TransMit GmbH steigert Umsatz trotz Krise

Gießen (jri). Trotz der Wirtschaftskrise hat die in Gießen beheimatete TransMit GmbH im vergangenen Jahr ihre Aktivitäten weiter ausgebaut und ein Umsatzwachstum verzeichnen können.
26. November 2009, 20:14 Uhr
Dr. Christian Schulze stellte die TransMit-Bilanz des Jahres 2008 vor. (Foto: Schepp)

Gießen (jri). Trotz der Wirtschaftskrise hat die in Gießen beheimatete TransMit GmbH im vergangenen Jahr ihre Aktivitäten weiter ausgebaut und ein Umsatzwachstum verzeichnen können. Wie die TransMit-Geschäftsführer Dr. Christian Schulze und Dr. Peter Stumpf bei der Jahrespressekonferenz bekannt gaben, stieg der Umsatz der GmbH, die Kooperationen zwischen der Wirtschaft und den mittelhessischen Hochschulen fördert und unter anderem als Patentverwertungsagentur arbeitet, im Jahr 2008 um gut fünf Prozent auf 5,3 Millionen Euro. In diesem Jahr wurden bereits elf neue Zentren und Projektbereiche gegründet - vier an der Uni Gießen, vier an der Uni Marburg und drei an der FH Gießen-Friedberg.

Damit stieg die Zahl der TransMit-Zentren an den drei mittelhessischen Hochschulen auf 103. »50 Prozent des Umsatzes wird an der Universität Gießen und an der Fachhochschule Gießen-Friedberg getätigt, die restlichen 50 Prozent werden an der Uni in Marburg erwirtschaftet«, sagte Schulze. Zudem habe die TransMit GmbH das neue Geschäftsfeld »Marktanalysen und Technikbewertung« erschlossen und auch ein Büro in Frankfurt am Schaumainkai eröffnet, »um unsere Fühler auch nach Südhessen auszustrecken«.

Als Beispiele für erfolgreiche TransMit-Projekte nannte Schulze die Entwicklung eines neuen medizintechnischen Gerätes zur Krebstherapie, das bereits erfolgreich an Hunden eingesetzt wurde; die Erforschung neuer Peptide zur Diagnostik von Diabetes mellitus (beides an der Uni Marburg) und die Entwicklung eines neuen Wasserstoff-Sensors am Physikalischen Institut in Gießen.

Die Funktionsweise dieses Sensors, der etwa im Automobilbau eingesetzt werden kann und der gegenüber herkömmlichen Gas-Sensoren mehrere Vorteile bietet, erläuterte im Anschluss Diplom-Physiker Andreas Laufer.

»Die TransMit GmbH ist unglaublich wichtig und bedeutend für die Region, weil sie in herausragender Weise das Wissen der Hochschulen für die Region nutzbar macht und vermarktet«, sagte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und fügte schmunzelnd hinzu: »Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden.«

Zugleich mahnte der Behördenchef, dass die Wissenschaft stets die Verwertbarkeit ihrer Ergebnisse im Blick haben müsse. Dabei gebe es allerdings auch strukturelle Schwächen. Zwar würden die Hochschulen in Deutschland mit rund 75 Milliarden Euro gefördert, für die Verwertung der Ergebnisse stünden jedoch nur 0,1 Prozent dieser Summe (7,5 Millionen Euro), zur Verfügung. »Dies ist ein eindeutiges Missverhältnis«, meinte Witteck, und verlieh seiner Hoffnung darüber Ausdruck, dass sein Parteifreund im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Staatssekretär Dr. Helge Braun, diese Schieflage eventuell etwas korrigieren könne.

Dr. Iris Stallkamp und Dr. Andreas Weißflog informierten bei der von Prof. Siegfried Quandt moderierten Pressekonferenz über das Medizintechnik-Clustermanagement »timm« (Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen), das bei der TransMit GmbH angesiedelt ist und Netzwerkarbeit für medizintechnische Unternehmen in der Region anbietet. »Von 22 timm-Projekten sind in den vergangenen drei Jahren neun Projekte mit insgesamt über vier Millionen Euro gefördert worden, darunter auch das Projekt zur Erforschung einer verbesserten Diagnostik von Diabetes mellitus«, sagte Stallkamp.

Die TransMit GmbH wurde von der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Fachhochschule Gießen-Friedberg, der Philipps-Universität Marburg sowie den heimischen Volksbanken und Sparkassen sowie der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg gegründet, um die Potenziale der Hochschulen professionell zu erschließen und die Wege zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu verkürzen. Für Unternehmen bietet die TransMit unter anderem Auftragsforschung und Dienstleistung, Wissen, Technologien und Patente sowie Kooperationspartner und Kontakte. Wissenschaftler können bei der TransMit die Vermarktung von Wissen und Technologien, den Schutz von Erfindungen, Projektmanagement und kaufmännische Betreuung erhalten.

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