16. November 2018, 22:06 Uhr

»Trafo« präsentiert neues Domizil

Im ehemaligen Weltladen in der Bismarckstraße 9 hat die Ateliergemeinschaft »Trafo« ein neues Domizil gefunden. Seit Mai arbeiten die sechs Mitglieder dort bereits. Nun stellen sie ihr Atelier mit einer Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit vor.
16. November 2018, 22:06 Uhr

Wer in den vergangenen Wochen zu Fuß in der Bismarckstraße unterwegs war, konnte schon durch die nur provisorisch verhängten Schaufenster des ehemaligen Weltladens einen Blick in die neue Werkstatt der Ateliergemeinschaft »Trafo« werfen. »Ich male manchmal in dem Bereich vorne. Und wenn da jemand hereinschaut, stört mich das nicht«, sagt Daniel Horvat, der bei einer gestrigen Vorbesichtigung als Einziger Zeit für einen Ortstermin hatte. »Ich bin der einzige freischaffende Künstler. Die anderen haben alle noch einen anderen Beruf«, erzählt der Maler. Zum Glück könnte man sagen, denn für Künstler ist es nicht nur schwer, geeignete Räume zu finden, sondern diese auch bezahlen zu können.

Aus Gießen herausziehen, wollten die »Trafos« auf keinen Fall. Und daher schätzt sich die Ateliergemeinschaft, die erst in der Ederstraßenkirche, später in der Moltkestraße 10 ansässig war, glücklich, nun in der Bismarckstraße fündig geworden zu sein. Denn die private Vermieterin war den Künstlern, die im November vergangenen Jahres aus der mittlerweile abgerissenen Moltkestraße ausziehen mussten und lange vergeblich nach neuen Atelierräumen gesucht hatten, sehr entgegengekommen. »Sie wollte gerne Künstler haben«, erzählt Horvat. Und so können nun die sechs Trafo-Mitglieder – neben Horvat sind das noch Katja Schoewel, Anne Kirstina Schmidt, Elena Kosamanidis, Annabel Herget und Julia Erb – wieder in Gemeinschaftsräumen Kunst machen. Die Miete teilen sie sich.

Wer die Räume heute sieht, kann sich nur noch schwer vorstellen, wie es hier früher zu Weltladen-Zeiten dort ausgesehen hat. Statt Regalen und Verkaufstheke herrscht nun Loft-Charakter. In den weißgetünchten Räumen mit einem beispielsweise für Spray-Arbeiten geeigneten Balkon und einer Treppe zum oberen Bereich mit kleineren Zimmern hat sich jedes »Trafo«-Mitglied eine Ecke eingerichtet. Auf Tischen und Staffeleien liegen und stehen Bilder und Skulpturen. Eine Sitzecke dient als Treffpunkt, an dem sich alle für Absprachen versammeln können. Ein Schild mit »Trafo«-Aufschrift soll demnächst an der Außenfront angebracht werden.

Die Schaufenster sind mit Stoff verhängt, denn »Trafo« ist in erster Linie ein Atelier zum ungestörten Arbeiten, keine öffentlich zugängliche Galerie. »Wir wollen aber drei- bis viermal im Jahr Ausstellungen machen, auch mit anderen Künstlern«, betont Horvat. »Es ist uns wichtig, dass man weiß, dass hier Künstler sind. Wir haben den Anspruch, auch in die Gesellschaft hinein zu wirken.« Wenn mal jemand durch die unverhängte Eingangstür hineinlugt, stört das also nicht.

Ganz offiziell vorbeischauen kann man bei der Eröffnungsausstellung »aufgezogen«, die an diesem Wochenende eröffnet wird (siehe Zusatzelement). Zu sehen gibt es Aquarelle von Daniel Horvat, auf Papier gemalte fantastische Städte von Elena Kosamanidis, Abstraktes wie eine Skulptur mit Fäden und Nägeln von Anne Kirstina Schmidt oder Bilder von Julia Erb, skizzenhafte »Urban Scratching«-Zeichnungen von Annabel Herget oder Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Katja Schoewel. Zur Vernissage am heutigen Samstag tritt ab 20 Uhr Andrew Genious mit Gitarre und Gesang auf und das benachbarte neue Café »Breakpoint«, das von einem Ehepaar aus Pakistan betrieben wird, übernimmt das Catering.

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