27. November 2014, 21:33 Uhr

»The Sting« zieht sich aus Gießen zurück

Gießen (pd). Bei seinem Einzug 2009 galt das Modehaus als »neuer Stern im Seltersweg«. Fünf Jahre später zieht sich »The Sting« zurück.
27. November 2014, 21:33 Uhr
Schließt Ende Januar seine Pforten: »The Sting« im Seltersweg. (Foto: Schepp)

Das im Seltersweg 85 ansässige Geschäft für trendige Mode schließt zum 31. Januar 2015 seine Pforten. Das bestätigte Markus Pfeffer auf Anfrage. Der Geschäftsführer des BID Seltersweg machte vor allem die hohen Mieten bei zurückgehenden Umsätzen verantwortlich für den bevorstehenden Abschied des niederländischen Modehauses aus Gießen. »Das Unternehmen bereinigt derzeit sein Immobilien- und Produktportfolio«, so Pfeffer. So soll außer Gießen, wo »The Sting« auf knapp 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche vertreten war, auch das Haus in Hildesheim geschlossen werden. Betroffen vom Abschied aus dem Seltersweg sind rund 20 Beschäftigte, denen bereits gekündigt worden sei. Wie Pfeffer weiter berichtete, wird ein »großer Herrenausstatter« als Nachfolger gehandelt, dessen Name aufgrund der derzeit laufenden Verhandlungen allerdings noch nicht genannt werden dürfe.

Mit dem Abschied von »The Sting« tritt nun auch der zweite Mieter, der vor fünf Jahren als Nachfolgenutzer der ehemaligen Ferber’schen Buchhandlung angetreten war, den Rückzug an. Nach der Ferber-Schließung war die Immobilie im Seltersweg 83 und 85 aufwändig und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes saniert worden. 2009 war »s.Oliver« ins Anwesen mit der Hausnummer 83 gezogen, hatte aber 2012 aufgegeben. Auch Nachfolger »Zaza« strich nach einem Jahr die Segel. Der BID-Geschäftsführer hält es für »schwierig, diese Fläche zu bewirtschaften«. Der Laden erstreckt sich auf zwei Etagen über 1500 Quadratmeter.

Die Tatsache, dass auch Top-Lagen im Seltersweg nicht gegen Leerstände gefeit sind – auch für die im September geschlossene Back-Factory an der Ecke Wolkengasse gibt es noch keinen Nachfolger – sieht Pfeffer als Warnsignal. »Einzelhandel in Gießen ist kein Selbstläufer«, bekräftigt der BID-Manager. Beim Blick über den Tellerrand stelle man fest, »dass Marburg und Wetzlar besser werden und aufholen«. Das liege auch daran, dass dort mittlerweile ein händlerfreundliches Klima herrsche.

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