12. Januar 2012, 21:23 Uhr

The Pusher: Von nordischer Unterkühlung keine Spur

Bei ihrem letzten Gastspiel in Gießen waren sie noch die Vorband von Sunrise Avenue. Jetzt haben The Pusher bereits selbst Support. Klar, dass bei dem Konzert von vier derart ansehnlichen Jungs der Frauenanteil am Mittwoch im Jokus hoch ausfiel.
12. Januar 2012, 21:23 Uhr
Puh! The Pusher-Gitarrist Karl-Ola Solem (links) hat sich nach quirliger Show das Hemd ausgezogen. Sänger Jakke Erixson hatte ein Handtuch gegen den Schweiß dabei.

Von nordischer Unterkühlung war bei den vier Schweden keine Spur. Im Gegenteil: Sie legten los wie die Feuerwehr. Eine Ansprache an die Fans? Hielten die Jungs für nicht nötig. Schlagzeuger Pontus Karlsson gab den Rhythmus vor, Sänger Jakke Erixson und Gitarrist Karl-Ola Solem wirbelten auf der Bühne in einem energetischen Durcheinander umher, getaucht in das Grün-Orange der Lichtanlage. Das war Pop-Rock vom Feinsten. Die Fans jubelten, sorgten dafür, dass The Pusher ein Heimspiel hatten. »Ich bin froh, wieder in Gießen zu sein«, sagte Erixson und man nahm es ihm tatsächlich ab.

Erst allmählich gönnten sich die Schweden auch mal langsamere Nummern. Mit »Wonderful day to die« bereiteten sie ruhigere Lieder wie »Try to forgive me« vor, ohne jedoch in der ihnen eigenen Live-Energie nachzulassen. Kein Wunder also, dass Erixson immer wieder mal zu einem roten Handtuch griff, um sich den Schweiß abzuwischen. Gitarrist Solem zog irgendwann seine Jacke aus und stand mit nacktem Oberkörper da – sehr zur Freude der weiblichen Fans, die seine spärlich behaarte Brust mit frenetischem Jubel begrüßten.

Egal ob langsam oder schnell – The Pusher ließen nicht nach. Sie sind eine Band zum mitklatschen, die Fans taten es die ganze Zeit. Erixson fand beim Lied »Blow me and run« heraus, was man noch alles mit dem roten Handtuch machen kann, nämlich es wie ein Lasso über dem Kopf schwingen. Solem würgte weiterhin seine Gitarre, bis der Schweiß ihm über die nackte Brust rann. Schlagzeuger Karlsson hielt es gegen Ende fast eines jeden Liedes nicht mehr aus und trommelte im Stehen weiter. Einzig Keyboarder John Hårleman schien einen einigermaßen ruhigen Abend zu verleben, musste sich aber gefallen lassen, von Sänger Erixson als »Vampir« bezeichnet zu werden, weil er große Ähnlichkeit mit dem Twilight-Darsteller Robert Pattinson hat.

Eine gute Stunde spielten die Jungs, dann war erst mal Schluss. Die Fans jubelten und wollten deutlich mehr, schienen aber ratlos zu sein, wie man »Zugabe« auf Englisch sagt. Also riefen sie es auf Deutsch und die Band kam noch einmal zurück. Ihren Hit »Blinded by the dark« – der es in Schweden auf Platz eins der Charts gebracht hat – hatte die Band bis dahin noch gar nicht gespielt und holte das jetzt nach. Gitarrist Solem grüßte militärisch und dann war der Abend wirklich vorbei. Die 17,50 Euro Eintritt werden sich für die meisten gelohnt haben. Inbegriffen war auch die Vorband um den schottischen Sänger und Wahlberliner Jim Kroft, der nicht nur gute Musik bot, sondern als Sunnyboy im besten Sinn erheblich zur guten Stimmung beigetragen hat. (chs/ Foto: chs)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Fans
  • Frauenanteile
  • Gitarristen
  • Handtücher
  • Jim Kroft
  • Keyboarder
  • Militär
  • Musikgruppen und Bands
  • Musikverein Griedel
  • Schlagzeuger
  • Schottland
  • Sänger
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen