06. Februar 2019, 16:17 Uhr

Ägypten

Terrorverdacht: Staatsanwaltschaft nennt Details zu Vorwürfen gegen 18-jährigen Gießener

Der über Wochen in Ägypten vermisste Gießener sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat nun Details zu den Vorwürfen gegen ihn bekannt gegeben.
06. Februar 2019, 16:17 Uhr
Die ägyptischen Behörden haben den 18-jährigen Gießener nach Deutschland abgeschoben. (Fotos: privat/dpa)

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt weiter gegen den 18 Jahre alten Gießener, der mehrere Wochen lang in Ägypten festgehalten worden war. Wie eine Sprecherin gegenüber dieser Zeitung bestätigt, wird dem Schüler vorgeworfen, er habe sich im nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel einer islamistisch-terroristischen Gruppe anschließen wollen. Dort habe er im Umgang mit Schusswaffen und Sprengvorrichtungen trainiert werden sollen, um sich bei Kämpfen oder Anschlägen gegen die ägyptische Regierung zu beteiligen.

Der 18-Jährige war Mitte Dezember nach Ägypten gereist. Laut Aussage seines Vaters sei er aus Kostengründen über Luxor geflogen, um seinen kranken Großvater in Kairo zu besuchen. Danach verlor sich jedoch für mehrere Wochen seine Spur. Wie das Auswärtige Amt dieser Zeitung Mitte Januar bestätigte, war der Gießener Schüler an der Passkontrolle von den örtlichen Behörden in Gewahrsam genommen worden. Weil er die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt, war ein konsularischer Kontakt zu dem jungen Mann nur schwer erreichbar.

 

Laptop untersucht

Nach Medienberichten, die sich auf ägyptische Sicherheitskreise beziehen, wurde der Schüler in Ägypten verdächtigt, er habe sich IS-Kämpfern in dem Land anschließen wollen. Der Vater des 18-Jährigen bestreitet die von den ägyptischen Staatsmedien verbreiteten Terrorvorwürfe vehement. Er vermutet vielmehr, die Festnahme sei »Rache« des Regimes, weil er – der Vater – gegen die Regierung vor Ort sei. Vielmehr betont der Vater unter anderem in den sozialen Netzwerken wiederholt, dass sein Sohn in Ägypten gefoltert, mit dem Tode bedroht und damit dessen Aussage erzwungen worden sei.

Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt wurde der 18-Jährige von der Polizei befragt; seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft ergebe sich der Verdacht einer schweren staatsgefährdenden Straftat aus den Aussagen des junges Mannes, der Auswertung seines Laptops sowie den Hinweisen von Zeugen.

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