09. Dezember 2012, 20:18 Uhr

Telefonseelsorge ehrt Pfarrer Schinkel

Gießen (ür). Wolfgang Schinkel leitet seit zehn Jahren die Telefonseelsorge Gießen-Wetzlar. Dafür wurde der evangelische Pfarrer bei einem Einführungsgottesdienst für neue Mitarbeiter geehrt.
09. Dezember 2012, 20:18 Uhr
Der evangelische Dekan Frank-Tilo Becher gratulierte Pfarrer Wolfgang Schinkel gemeinsam mit dem katholischen Dekan Ulrich Neff (v. l.) zum zehnjährigen Dienstjubiläum bei der Telefonseelsorge Gießen-Wetzlar. (Foto: ür)

Sein Amt in der ökumenischen Einrichtung übt er an der Seite des katholischen Pastoralreferenten Gerhard Schlett aus. Der 1949 geborene Schinkel war zuvor Pfarrer in Friedberg und davor lange Jahre Krankenhausseelsorger am Uniklinikum in Gießen. Er verfügt über eine Psychotherapie-Ausbildung und weitere Qualifikationen in Seelsorge. Studiert hat Schinkel Theologie und Philosophie in Marburg und Wien.

Bei dem Gottesdienst wurden acht neue Mitarbeiter in ihren Dienst eingeführt. An der Feier in der Stephanuskirche in Gießen nahmen neben Schinkel auch der katholische Dekan Ulrich Neff und sein evangelischer Kollege Frank-Tilo Becher teil. Nach Angaben von Pfarrer Schinkel rufen jährlich rund 15 000 Hilfesuchende bei der Einrichtung an. Dass das Telefon rund um die Uhr besetzt ist, dafür sorgen derzeit 63 ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie sind zuständig für ein Gebiet mit fast einer Million Einwohnern. Unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 können die Bürger erzählen, wo sie der Schuh drückt. Um den Dienst für Menschen in akuter Krise zu gewährleisten, ist die Telefonseelsorge in der Region weiterhin auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, so Schinkel. Interessenten können sich unter Tel. 06 41/33 00 9 melden.

Die neuen Telefonseelsorger haben sich in eineinhalb Jahren und 160 Stunden Unterricht auf ihre Aufgabe vorbereitet. Pfarrer Schinkel verglich den Dienst am Telefon mit der Klagemauer in Jerusalem. Der Mitarbeiter der Telefonseelsorge gebe keine Ratschläge; er setze Impulse, die es dem Hilfesuchenden ermöglichten, eine neue Perspektive zu finden. Dekan Becher griff in seiner Predigt das Bild der Klagemauer auf. »Meist unterschätzen wir das Hören«, sagte der Dekan.



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