04. Juli 2014, 13:48 Uhr

Taufe an der Lichtkirche

Die Lichtkirche hat bereits einiges auf der Landesgartenschau erlebt, doch nun gab es eine besondere Premiere: Die erste Taufe.
04. Juli 2014, 13:48 Uhr
Die Taufgemeinde von rechts: Pfarrerin Jutta Becher, Patin Eva Maaß mit Jannik, die Eltern Thorsten Theisinger und Elisabeth Maaß sowie als weitere Patin Lisa Peter. (Foto: pv)

Elisabeth Maaß und Thorsten Theisinger ließen ihren Sohn Jannik auf der Wiese an der Kirche in der farbigen, lichtdurchlässigen Taufschale, die von der Pfarrerin Jutta Becher schmunzelnd das »Gießener Becken« genannt wird, taufen.

Dass evangelische Taufen an der Lichtkirche möglich sind, hatten die Eltern im Frühjahr in der Zeitung gelesen. »Ganz besonders hat mir der Gedanke der Taufe in der freien Natur gefallen«, sagt die Mutter. Der Vater betont, dass ihm die offene und lebendige Atmosphäre an der Lichtkirche den Schritt zur Taufe seines Sohnes »deutlich erleichtert« hat. In den letzten Jahren hat er sich in Kirchenräumen eher bedrückt gefühlt. Gelegentliches Kommen und Gehen von Gartenschaubesuchern stört die Eltern während der Taufe nicht. Dass Zaungäste zuschauen, dagegen haben sie gar nichts. Im Gegenteil. »Wir sind glücklich und stolz über Jannik. Wenn andere seine Taufe miterleben, ist das doch schön«, sagt Elisabeth Maaß.

In ihrer Ansprache erläutert die Pfarrerin die Bedeutung der mehrfarbigen Taufschale aus transparentem Acrylglas. Je mehr Sonnenlicht einstrahlt, umso intensiver leuchtet sie aus sich selbst heraus. Die Farbkreise stehen wie ein Regenbogen für den Bund Gottes mit den Menschen.

Mit ihrem Wunsch nach einer Taufe an der Lichtkirche liegen die jungen Eltern im Trend. 16 Taufen sind seit der Eröffnung angemeldet und auf der grünen Wiese vereinbart worden. Drei weitere Familien haben Interesse bekundet. Kontakt kann man direkt an der Lichtkirche aufnehmen. »Aber wir taufen hier nicht zwischen Tür und Angel«, unterstreicht Pfarrerin Becher. Sie legt Wert darauf, dass dem Sakrament ein Taufgespräch zu Hause oder in ihrem Büro in der Stadt vorausgeht. »Die Eltern sollen sich vorher Gedanken darüber machen, dass diese Kirche Anfang Oktober weiter reist.« Allerdings sind auf einer festen Stahlwand hinter dem mobilen Bau die Umrisse der Lichtkirche eingelassen. Das bleibt den Eltern, um ihre Kinder später einmal auf den Taufort hinzuweisen.

Natürlich ist eine Taufe unter freiem Himmel auch romantisch. Aber kitschig findet die Pfarrerin den Wunsch danach keinesfalls. Sie ist von dem Gedanken selbst berührt. »Wo kann der Dank an Gott über geschenktes Leben dem Himmel näher sein als in der freien Natur«, fragt sie. Außerdem weiß sie, dass der Gemeindebegriff in der mobilen Gesellschaft längst im Wandel begriffen ist. »Wir müssen dort neue kirchliche Orte schaffen, wo die Menschen sich hinbewegen.«

Die ganze Taufgemeinde, Paten, Familie und Freunde, auch die katholischen Angehörigen, sind von der Feier an der Lichtkirche angetan. »Völlig angemessen«, »stimmig«, »unverwechselbar« oder auch »unvergesslich«, so lauten die Kommentare. Später, während das erste Lichtkirchen-Baby sein Mittagsschläfchen hält, kehrt ein Teil von Janniks Gästen noch einmal zurück. In Ruhe nehmen sie das Innere der Lichtkirche wahr und lernen das Gartenschaugelände insgesamt kennen. (pm/Foto: pm)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Eltern
  • Evangelische Kirche
  • Junge Eltern
  • Pfarrer und Pastoren
  • Taufe
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos