06. Mai 2019, 22:09 Uhr

Tanzen für Europa

Am Samstag startete die vom Stadttheater organisierte Europa-Woche tänzerisch auf der Studiobühne taT und im KWA (Kurzweilamt). Den Vormittag verbrachten etwa 30 Jugendliche in einem Urban Dance-Workshop, den Nachmittag läuteten Ensemble-Mitglieder der Tanzcompagnie Gießen mit ihren Europa Statements ein.
06. Mai 2019, 22:09 Uhr
Beim Tanz-Workshop für Jugendliche. (Foto: dkl)

Die Idee zum Workshop Culture Movement hatte Laura Sharifour, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) derzeit in der Öffentlichkeitsabteilung des Stadttheaters macht. Sie organisierte alles und nahm selbst auch teil. Als Leiterin des Workshops konnte sie Lulia aus Frankfurt gewinnen, die als Profi in diversen Formationen tanzt und an überregionalen Wettbewerben teilnimmt. Im weiteren Verlauf fungierte Lulia dann als Jurorin.

Urban Dance ist vor allem Hiphop, es besteht aus den Circle-Dances (Tanz im Kreis), in denen abwechselnd eine Person in der Mitte improvisiert, und aus den Battles (Wettbewerben), die auch in Gruppen stattfinden. Zur Europa-Woche hatte die Organisatorin sich ausgedacht, dass alle Teilnehmenden ein Länderkärtchen ziehen. Da es je zwei Kärtchen für ein europäisches Land gab, kamen Duos zustande, die sich bislang nicht kannten. Im Finale trat Belgien gegen Frankreich an.

Der Gießener Urban Dance-Lehrer Abtin hatte die Aufgabe des DJs übernommen. Er freute sich sehr, dass einige seiner Schüler und Schülerinnen sich bei diesem Workshop regelrecht »frei getanzt haben. Soviel haben die sich vorher noch nicht getraut.« Eine rundum gelungene Veranstaltung also. Die meisten blieben, um die nächste Tanzperformance zu erleben.

Die Mitglieder der Tanzcompagnie Gießen (TCG) hatten individuelle Statements zu Europa kreiert. Diese werden über die Europa-Woche verteilt zu erleben sein. Einiges war bereits beim Foyer um Fünf Ende März zu erleben, anderes kommt neu hinzu. Unter anderem Mitglieder des Schauspielensembles, die Gedichte aus dem jeweiligen Herkunftsland der Tänzer auf Deutsch vortragen. Diese lesen es in ihrer Muttersprache vor. Bei diesem ersten Europa-Tanz-Statement waren Italienisch, Französisch und Portugiesisch zu hören.

Das Vorstellen der eigenen Person ist für die aus vielen Ländern kommenden TCG-Mitglieder noch schwierig, zumindest auf Deutsch. Daher war es eine charmante Mischung aus Muttersprache, Englisch und deutschen Worten, aus Körpersprache und Tanz. Für die meisten gilt wohl die Erkenntnis, dass erst das Zusammenarbeiten in einem international besetzten Ensemble ihnen deutlich machte, wieviel Freiheit ihnen Europa bringt. Im Tanz stellen sie ihre Heimat vor, erzählen was ihnen die Volkstänze persönlich bedeuten. Darauf folgt jeweils eine Kurzstudie im zeitgenössischen Stil.

Am Eröffnungssamstag boten die beiden Italienierinnen Maria Adriana Dornio und Chiara Zincone eine witzige Tarantella-Version; zeigte der Franzose Leo Vendelli höfischen Tanz im Barockkostüm und der Brasilianer Gleidson Vigne eine elegante, schellfüßige Samba-Einlage. Den Gedichtvortrag übernahm Schauspieler Magnus Pflüger.

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