12. Januar 2018, 21:53 Uhr

Taberna mundus elegantix

12. Januar 2018, 21:53 Uhr
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Von Christian Schneebeck
Arndt I. überreicht dem Wirt Maurice Zach-Zach (schwarzes T-Shirt) und seinem »Gesinde« die Klausenordnung. (Foto: csk)

Ohne Brot und Spiele sind Herrscher seit jeher mit ihrem Latein schnell am Ende. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatten Prinz Arndt I. und Prinzessin Katrin I. deshalb genau genommen keine Wahl: Einige Tage nach der Inthronisation musste das Prinzenpaar der Gießener Fassenachts-Vereinigung am Donnerstagabend, begleitet vom Artilleriekorps des Prinzen und dem Elferrat, seine Prinzenklause in Beschlag nehmen. Damit Hofstaat und Narrenschar im »Hawwerkasten« am Landgraf-Philipp-Platz nach anstrengenden Faschingsfesten fortan auch standesgemäß speisen und trinken können, gilt dort jetzt ein gutes Dutzend neuer Regeln.

Neue Mitglieder im Elferrat

Oberhofmarschall Frank verlas um Punkt 20.11 Uhr die Prinzenklausenordnung (»Disciplina Taberna Rex«), in der »das wichtige und ebenso unwichtiges Verhalten« im Speisesaal des Regenten beschrieben wird. Als »Taberna mundus elegantix«, so will es Paragraf eins, hat er zum Beispiel »stets sauber und Tag und Nacht bereit« zu sein, den Prinzen und seine Narrenschar zu empfangen. Was bei Verstößen gegen diese oder andere Grundsätze passiert, legt der zwölfte Paragraf fest: So könnte der Wirt notfalls für die Zeit der Kampagne aus dem Hoheitsgebiet des Prinzen verbannt und seine Frau sogar »öffentlich versteigert« werden.

Maurice Zach-Zach, der Wirt des »Hawwerkasten«, und sein »Gesinde« taten also gut daran, sich dem neuen Hausherren schon bei der Verlesung des närrischen Regelwerks auf Knien zu unterwerfen. Als Zeichen der Anerkennung erhielten sie von ihm Prinzen- und Kampagnenorden – und eine übergroße, gerahmte Version des neuen »Grundgesetzes« zum Aufhängen.

Der Eröffnung der Klause folgte der Ordensabend des Elferrates. Mit der traditionellen Eulenzeremonie wurden Alexander Dörr, Timo Watzke und Axel Warneke neu in den Hohen Rat aufgenommen. Doch bevor sie die »Eule« – einen speziellen Orden – umlegen durften, hatten sich die Anwärter bei einem Aufnahmeritual als »geistig fit und kraftstrotzend« zu beweisen. Das Bierkrug-Stemmen über anderthalb Minuten blieb dabei noch die leichteste Aufgabe.

Nachdem Elferrats-Sprecher Klaus Papenheim als langjährige Elferräte Rüdiger Baumer, Stephan Wissner und Andreas Walldorf geehrt und Wilfried Grün zum neuen Ehren-Elferrat ernannt sowie Rüdiger Baumer mit dem »Nacktschneckenorden« für besonderes Engagement in der vergangenen Kampagne ausgezeichnet hatte, verliehen Arndt I. und Katrin I. den Elferräten die Prinzen- und Kampagnenorden. Den Rest des Abends nahmen der Hofstaat und sein Gefolge ihre Heimstatt dann symbolisch in Beschlag – bei Speis und Trank und getreu dem nicht nur für den Hofmarschall geltenden Grundsatz »Marschallix zahltnix«.



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