10. Juli 2013, 20:58 Uhr

TV-Bericht zu teurem Wasser am Beispiel Gießen

Gießen (fd). Ist Gießener Wasser überteuert? Diese Frage stellte »Report München« in einem Beitrag, der am Dienstag in der ARD zu sehen war – und weckte beim Zuschauer letztlich den Verdacht: Ja, das ist es.
10. Juli 2013, 20:58 Uhr
Dietlind Grabe-Bolz rechtfertigte in der ARD die Gießener Wasserpreise. (Screenshot)

Stefan Kaisers, der als Vorsitzender des Mietervereins zu Wort kommt, erklärt, dass er den Wasserpreis von 2,05 Euro pro Kubikmeter für 30 Prozent überhöht hält. Bei »Report München« verweist man auf das Wendland oder Meppen, wo der Kubikmeter zwischen 62 und 72 Cent kostet.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hält in der Sendung dagegen: »Wir müssen ja bei der Erstellung der Kosten und der Leistung regionale Spezifika berücksichtigen. Wir müssen topographische Spezifika berücksichtigen. Das kann nicht in Hamburg sein wie im Vogelsberg oder in der Stadt Gießen.« Für »Report München« ein »übliches« Argument, argumentierten Kommunen doch gerne mit hügeliger Landschaft, durch die das Wasser gepumpt werden müsse, was wiederum kostspielig sei und Mehrkosten rechtfertigen solle. Im Gießener Fall kommt das Wasser übrigens aus zehn Brunnen in Queckborn, einem weiteren an der B 49 sowie aus einem Brunnen in Stadtallendorf.

Der Verdacht missbräuchlich erhöhter Wasserpreise steht im Raum. Weil die Wasserversorgung seit 2011 aber nicht mehr von den Stadtwerken, sondern von den Mittelhessischen Wasserbetrieben übernommen wird, sind die Kartellwächter außen vor: Den städtischen Eigenbetrieb dürfen sie nicht kontrollieren. »Obwohl eigentlich alles beim Alten geblieben ist: Dasselbe Werk, dasselbe Wasser – und vor allem: derselbe Preis, nur der heißt jetzt Gebühr«, wie es bei »Report München« heißt. Und so erklärt auch Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, in der Sendung: »Für uns ist es natürlich extrem unerfreulich, dass uns einfach, weil die Unternehmen jetzt Gebühren statt Preise nehmen, uns der Boden weggezogen wird für die Verfahren.«

Was die Kartellwächter jedoch dürfen und im Fall Gießen auch tun: Sie können rückwirkend prüfen. Ein entsprechendes Verfahren läuft seit etwa elf Jahren.

Schlagworte in diesem Artikel

  • ARD
  • Brunnen
  • Bundeskartellamt
  • Dietlind Grabe-Bolz
  • Mietervereine
  • Stefan Kaiser
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos