09. Januar 2014, 18:33 Uhr

Stimmt der Science-Fiction-Film?

Gießen (pm). Die Reihe »Physik im Blick« startet am 18. Januar. 400 Schüler erwartet die Justus-Liebig-Universität bei der 15. Auflage, die sich um das Thema »Physik und Film: Realität und Fiktion« dreht.
09. Januar 2014, 18:33 Uhr
Was haben Film-Raumschiffe mit den echten zu tun? Das ist dieses Jahr ein Thema bei »Physik im Blick«. (Foto: dpa)

In vielen Science-Fiction-Filmen werden Entwicklungen und Erfindungen vorweggenommen, die auf physikalischen Phänomenen basieren. Oft werden diese zunächst fiktiven Erfindungen später Realität. Ein Beispiel ist der Raketenflug zum Mond, der schon 1920 in Fritz Langs Kinofilm »Der Frau im Mond« dargestellt und erst 1969 durch die Mission »Apollo 11« der USA realisiert wurde. Im Bereich der Raumfahrt-Science-Fiction gibt es zahlreiche weitere Visionen: Zum Beispiel die bemannte Reise zum Mars, die mittlerweile von den großen Raumfahrtagenturen ernsthaft als Mission geplant wird.

Ziel der Vortragsreihe »Physik im Blick« 2014 ist es, einerseits Schülerinnen und Schüler für moderne physikalische Themen zu begeistern. Die Filme dienen dabei hauptsächlich als motivierender Ausgangspunkt. Andererseits sollen die Jugendlichen dazu ermutigt werden, Filme aus naturwissenschaftlicher Sicht kritisch zu hinterfragen. Sie sollen erkennen, dass sich schon mit einfachen Abschätzungen auf der Basis der ihnen bekannten Schulphysik zeigen lässt, dass filmische Handlungen oft nicht der Realität entsprechen können.

An fünf Samstagen vom 18. Januar bis 15. Februar (jeweils von 10 bis 12 Uhr) wollen JLU-Physiker das Interesse von Schülern der Mittel- und Oberstufe aus Gießen und Umgebung für die Welt der Physik wecken. Veranstaltungsort ist der Wilhelm-Hanle-Hörsaal der Physikalischen Institute, Heinrich-Buff-Ring 14. Erwartet werden für jede Veranstaltung etwa 400 Besucher aus 30 Schulen.

Das erste Vortragsthema am 18. Januar lautet »Antimaterie zwischen Forschung und Fantasy«. Prof. Kai Brinkmann (II. Physikalisches Institut) beleuchtet das Vorkommen von Antimaterie in Filmen, aber auch in der beobachtbaren Welt. Einige Fragen rund um Antimaterie, ihre Eigenschaften und ihre Erzeugung können beantwortet werden, andere vielleicht überraschende Fragen werden aufgeworfen.

Bei dem zweiten Vortrag am 25. Januar geht es um »Raumschiffe, Raumstationen und den Aufbruch zu neuen Planeten«. Dr. Saskia Kraft-Bermuth (Institut für Atom- und Molekülphysik) gibt einen Überblick über die Darstellung von Raumfahrt im Film von den Anfängen in den 1920er Jahren bis heute und stellt diese »Science Fiction« der Realität des 21. Jahrhunderts gegenüber.

In der Fernsehserie »MacGyver« bringt die Hauptfigur immer wieder auf verblüffende Art die Naturwissenschaften zur praktischen Anwendung, um Probleme zu lösen oder sich aus heiklen Situationen zu retten. Bei dem Vortrag »MacGyver in Aktion – wie gut sind Taschenmesser, Klebeband und Büoklammern wirklich?« zeigt Prof. Michael Dürr (Institut für Angewandte Physik) am 1. Februar, wie diese Anwendungen auf grundlegende Phänomene, etwa Phasenübergänge (Frosterosion, Gasgesetze wie Joule-Thomson-Effekt) usw. zurückgehen, und er beleuchtet diese näher.

Der vierte Vortrag am 8. Februar »Armageddon: Hat die Erde eine Chance?« von Prof. Bruno K. Meyer (I. Physikalisches Institut) beschäftigt sich mit dem amerikanischen Katastrophenfilm »Armageddon« aus dem Jahr 1998. Mit Hilfe von Schulphysik soll untersucht werden, ob sich eine solche Katastrophe wirklich vermeiden ließe.

Den letzten Vortrag »Nanotechnologie: Grenzen der Miniaturisierung« hält Prof. Peter J. Klar (I. Physikalisches Institut) am 15. Februar. Er nimmt die Miniaturisierung in dem Film »Fantastic Voyage« zum Ausgangspunkt für die Diskussion der technologischen und physikalischen Grenzen der Miniaturisierung von Bauelementen. Es wird an Beispielen diskutiert, ab welcher Größe Moores Gesetz aufgrund des Versagens des zugrundeliegenden physikalischen Konzepts seine Gültigkeit verliert, aber auch, wie heute – im Sinne eines Paradigmenwechsels – Effekte, die nur auf der Nanoskala auftreten, gezielt genutzt werden, um neue Bauelemente herzustellen.

Weitere Informationen zur Vortragsreihe gibt es unter www.physik.uni-giessen.de/pib.

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