07. August 2012, 20:53 Uhr

Stellenwert der Einschulung ist gestiegen

Gießen (pd). Kleber, Schere, Pinsel und Schnellhefter in verschiedenen Farben stehen auf dem Plan, den die Schule den Eltern hat zukommen lassen. Manche »arbeiten« diese Listen sofort ab, andere lassen sich bis kurz vor Beginn des Schuljahrs Zeit, um Bleistifte, Turnschuhe und den richtigen Zeichenblock für den Nachwuchs zu erstehen.
07. August 2012, 20:53 Uhr
Außer nach Farbkästen und Zeichenutensilien – wie hier Luca und Laura mit Stefanie Gassert – halten viele beim Kaufhausbesuch zum Schuljahresbeginn auch nach kleinen Geschenken für den ersten Schultag Ausschau. (Foto: Schepp)

Immer häufiger trifft man allerdings in den entsprechenden Abteilungen von Warenhäusern und Fachgeschäften auch Eltern an, die außer DIN A4-Heften und Farbkaste kleinen Aufmerksamkeiten und Geschenke für die künftigen Erstklässler suchen.

Feier mit 25 Gästen

»Eine Einschulung ist heutzutage ein kleines Familienfest«, meint Heide Kausch im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung. Die Leiterin der Goetheschule hat beobachtet, dass viele Eltern nach der Begrüßung der Erstklässler in der Schule den wichtigen Anlass am Nachmittag im privaten Kreis noch einmal gebührend würdigen. »Der erste Schultag hat für viele Menschen einen wesentlich höheren Stellenwert als früher«, so die Rektorin.

Diese Einschätzung wird auch durch eine kleine Umfrage der GAZ bestätigt. Außer Heften und Stiften ragen bei Anja Lotz zwei Mini-Schultüten aus der Einkaufstasche heraus. Sie ist auf der Suche nach Geschenken für die Töchter ihrer Schwester und ihres Bruders, die in der kommenden Woche eingeschult werden. »Der erste Schultag wird inzwischen gefeiert wie ein Kindergeburtstag«, weiß die Frau aus Beuern aus der Erfahrung des letzten Jahres. Im vergangenen Sommer wurde nämlich ihre Tochter Marina eingeschult – mit anschließender Familienfeier. Am Vormittag hatte sich die ABC-Schützin über ihre Schultüte mit Einhorn-Motiv gefreut, nach dem Vormittag in der Schule wurde mit der Familie gefeiert. Eingeladen waren Paten, Oma, Opa und weitere Verwandte. »Insgesamt waren 25 Gäste bei der Feier«, berichtet Anja Lotz vom Einschulungsfest mit Essen vom Partyservice. Früher sei der erste Schultag wesentlich bescheidener gewürdigt worden, erinnert sich die Frau aus Beuern an die Einschulung ihrer beiden inzwischen erwachsenen Töchter.

Auch Miko und seine Familie können sich noch gut an die Feier zum ersten Schultag im Sommer 2011 erinnern. Damals gab es außer der Schultüte richtige Geschenke von der Verwandtschaft, berichtet Mikos Mutter Tanja Womser. Mit einem Album für die Einschulungsfotos und spannenden Büchern wurde der Schüler aus Dillenburg-Manderbach überrascht, der mit der ganzen Familie bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen gefeiert hat.

Für die Leiterin der Goetheschule ist der gestiegene Wert der Einschulung grundsätzlich begrüßenswert. »Die Kinder freuen sich, wenn viele Verwandte an diesem für sie wichtigen Tag dabei sind.« Allerdings warnt Heide Kausch davor, dass sich der erste Schultag zu einem weiteren Anlass entwickeln könnte, »vor allem möglichst viele Geschenke zu ergattern.«



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