04. August 2019, 14:00 Uhr

»Lahnlust«

Steht »Schlammbeisers Lahnlust« vor dem Aus?

Das Fest »Schlammbeisers Lahnlust« steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Besucherzahlen sind rückläufig. In seiner aktuellen Form wird es das Fest künftig wohl nicht mehr geben.
04. August 2019, 14:00 Uhr
Das Feuerwerk bildete bisher stets den Höhepunkt des Festes »Schlammbeisers Lahnlust«. Es soll bei gutem Wetter auch in diesem Jahr noch einmal gezündet werden. (Foto: csk)

Die 15. Auflage könnte die letzte sein. Auf jeden Fall bedeute dieses Jahr eine »Zäsur« für »Schlammbeisers Lahnlust«, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz bei der Programmvorstellung für das zweitägige Familienfest. In seiner jetzigen Form wird es künftig nicht mehr stattfinden. Beerdigt haben die Organisatoren das Event, das diesmal am 10. und 11. August steigt, aber auch noch nicht. »Wir sind fest entschlossen, nächstes Jahr wieder etwas auf die Beine zu stellen«, beschrieb Harry Jungk vom Ski- und Kanuclub (SKC) die Gemütslage der Vereinsvertreter und Gastronomen.

Dass die »Lahnlust« immer weniger Menschen mobilisiere, habe sich seit drei Jahren abgezeichnet, so Grabe-Bolz. War der Samstagabend mit Lichterkette und Feuerwerk meist noch gut besucht, verloren sich sonntags oft nur einzelne Gäste an den Ufern. Ferner hätten »Bremsen« wie Pächterwechsel und Renovierungen die aktiven Vereine belastet und die Kooperation mit Gastronomen »ins Stottern« gebracht, heißt es in der offiziellen Erklärung des Magistrats. Hinzu komme die »zeitliche Nähe« zum Stadtfest: Sie beschere dem Stadtmarketing als Unterstützer eine »auf Dauer nicht praktikable Aufgabendichte«.

Wie essenziell die Hilfe der Stadt sei, erklärte Peter Zutt von Kanutours. Ohne sie könnten die Vereine vor allem das Sicherheits- und Haftungsthema nicht stemmen. Zwar hätten einige ihr Engagement jüngst ein bisschen zurückgefahren. »Dass der Bums raus ist aus der Veranstaltung, kann man aber nicht sagen«, betonte Zutt. Deshalb kündigte das Organisatoren-Kerntrio aus Jungk, Zutt und Bootshaus-Gastwirt Dietmar Knöß an, über den Winter eine Zukunftsidee entwickeln zu wollen.

Ehe es so weit ist, sollen ein paar Veränderungen 2019 für mehr Andrang sorgen. So wird der traditionelle Weckruf mit dem Gießener Deichgrafen und dem Musikcorps Linden nicht wie üblich am Sonntagvormittag erklingen, sondern bereits am Samstag um 18.30 Uhr. Um die »Lahnlust« bei bestem Wetter zu feiern, wurde sie gegenüber ihrem üblichen Termin um rund vier Wochen vorverlegt. Dieser Schachzug gefährdet nun jedoch das übliche Feuerwerk: Es wird nur genehmigt, wenn es kommenden Samstag weniger trocken ist.

Bootskorso mit Lichterkette

Nicht zur Debatte steht der Bootskorso mit Lichterkette, der Samstag gegen 21.30 Uhr startet. Neben drei Drachenbooten und 18 Kanus sind Taucher von Grün-Weiß Gießen im Wasser unterwegs sowie Ruderer des WSV Hellas und drei Boote der Wasserwacht. Knöß kündigte einen Auftritt der Band »NoEight« im Bootshaus an - möglichst als Begleitung zum Feuerwerk. Musikalische Leckerbissen bieten auch die Marinestuben und das Âu Lac.

Umrahmt wird der Abend durch etliche gewohnte Programmpunkte: Das Lahnfenster öffnet an beiden Tagen seine Pforten, bei Kanu-Tours gibt es Tretboote und Kanus zu mieten. Mehrere Bootsshuttle fahren Besucher von Station zu Station, der SKC stellt Wasserlaufbälle bereit und am Sonntagnachmittag fällt der Startschuss für das Kanadier-Rennen um den »Reinhard-Kaufmann-Lahnlust-Pokal«. Neu im Programm sind die »Wasserspiele« der Freiwilligen Feuerwehr Mitte beim Ruderclub Hassia.

Die womöglich letzte »Lahnlust« bezeugt damit das »große ehrenamtliche Engagement«, das Grabe-Bolz hervorhob. Umso wichtiger sei, dass dieses nicht gänzlich kommerziellen Interessen weiche, meinte Jungk. Als mögliche Alternativen nannte er einen kollektiven »Tag der offenen Tür« an beiden Ufern sowie eine verkürzte Version des aktuellen Formats. Grabe-Bolz versicherte, die Stadt wolle sich als Unterstützerin nicht aus der Verantwortung ziehen. Das vorläufige Ende der »Lahnlust« sei stattdessen für alle Beteiligten »eine Chance, mal neu darüber nachzudenken«.

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