01. März 2011, 20:50 Uhr

Stadt zahlt mehr für die Fundtierversorgung durch den Tierschutzverein

Gießen (cg). Die Stadt und der Tierschutzverein haben sich auf einen neuen Fundtiervertrag geeinigt. Der Verein bekommt in diesem Jahr eine Pauschale von 80 Cent pro Einwohner, 2012 werden es 85 Cent sein und für 2013 sind 90 Cent geplant.
01. März 2011, 20:50 Uhr
Vertragsunterzeichnung nach zähem Ringen: Hanna-Maria Rethorn (1. Vorsitzende des TSV), Katja Kastl (2. Vorsitzende), Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich freuen sich über den Kompromiss. (Foto: Schepp)

»Wir sind dankbar und glücklich, dass die Stadt Gießen mit diesem Schritt gezeigt hat, dass sie den Tierschutz ernst nimmt und unsere qualitativ hochwertige Arbeit zu schätzen weiß«, erklärte die 1. Vorsitzende Hanna-Maria Rethorn bei der Vertragsunterzeichnung. Sie betonte, Ziel des Vereins sei es, kostendeckend arbeiten zu können. Dies sei bei der bisherigen Pauschale von 50 Cent, was einer Summe von 37 500 Euro entsprochen hat, nicht möglich gewesen. Deshalb hatte der Verein den Vertrag im Sommer 2010 zum Jahresende gekündigt und vorgeschlagen, die Summe auf einen Euro zu erhöhen. Nachdem die Stadt längere Zeit gar nicht reagiert und sich dann zunächst verärgert über die Forderung gezeigt hatte, freuen sich nun auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich über den Kompromiss. »Es hat Zeit gekostet, wir sind aufeinander zugegangen und haben letztlich einen Weg gefunden, mit dem alle gut leben können«, fasste Grabe-Bolz den Prozess zusammen. Mit den nun vereinbarten 60 000 Euro für 2011 habe der Verein eine gute Grundlage für die Fundtierversorgung.

Diese ist eine ist eine kommunale Aufgabe, die die Stadt Gießen an den Tierschutzverein delegiert hat. Pro Jahr nimmt der TSV rund 630 Fundtiere auf. Da etwa die Hälfte davon aus dem Stadtgebiet komme, sei der Aufwand entsprechend größer, hatte der Verein der Stadt vorgerechnet. Der Tierschutzverein hat ein jährliches Ausgabenbudget von 410 000 Euro, mehr als die Hälfte der Gesamtkosten gibt er mit 210 000 Euro für die Fundtiere aus. Die Gemeinden tragen davon 110 357 Euro, das Tierheim muss 100 000 Euro selbst aufbringen. Während man mit den Geldern der Landkreiskommunen recht gut auskomme, reichte bisher das Geld aus Gießen nicht: Die Stadt zahlte 37 570 Euro, die Kosten für die »städtischen« Fundtiere betrugen jedoch 86 840 Euro. Der TSV hätte sich dieses Zuschussgeschäft auf Dauer nicht leisten können.

Spendengelder und Mitgliedsbeiträge haben mit der Fundtierversorgung nichts zu tun, verdeutlichte TSV-Geschäftsführer Robert Neureuther. Diese Mittel würden nur für den Neubau des Hundehauses und für Tierschutzprojekte eingesetzt, sie könnten jedoch nicht zweckentfremdet für eine kommunale Aufgabe ausgegeben werden.

Mit dem neuen Vertrag setze Gießen Maßstäbe, betonte Rethorn, denn auch in anderen Städten werden dem Tierschutz längst nicht genug Bedeutung beigemessen. »Tiere gehören zu unserem Lebensraum, wir haben uns dieser Verantwortung zu stellen«. Genau dies wolle die Stadt nun tun, versicherte die Oberbürgermeisterin: »Das Tierheim ist in Gießen fest verankert, der Verein leistet hochwertige Arbeit, die von vielen Menschen sehr geschätzt wird. Wir haben uns für Qualität vor Ort entschieden«, sagte sie

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