01. Februar 2019, 11:32 Uhr

Jugendamt

Stadt Gießen plant Jugendamt-Umzug am Anlagenring

Die Stadt Gießen ist bei der Suche nach Büroraum fündig geworden und will das Blecher-Gebäude übernehmen. Das dürfte auch Auswirkungen auf die »Woscht Anna« haben.
01. Februar 2019, 11:32 Uhr
Hier will die Stadt in drei Jahren mit dem Jugendamt einziehen. (Foto: Schepp)

Die Stadt Gießen will das verlassene Blecher-Gelände an der Ostanlage übernehmen, um dort in drei Jahren ihr Jugendamt unterzubringen. Dies teilte Liegenschaftsdezernentin Gerda Weigel-Greilich am Freitagmorgen in der Pressekonferenz des Magistrats mit. Die Stadtverwaltung leidet seit geraumer Zeit unter Raumnot und sucht nach Büroraum für etwa 100 Mitarbeiter. »Das Blecher-Gelände wäre für uns eine Superlösung«, sagte die Grünen-Stadträtin.

Laut Weigel-Greilich sind in letzter Zeit sowohl Gespräche mit dem Eigentümer Ulrich Blecher als auch der Technischen Hochschule Mittelhessen Mittelhessen, die ebenfalls Interesse an dem Areal hat, geführt worden. Die THM werde der Stadt nun wohl den Vortritt lassen, weil die Immobilie für eine Büronutzung auch geeigneter sei als für eine Nutzung mit Seminarräumen. »Wir und die THM haben natürlich beide Interesse an den gleichen Grundstücken an der Ostanlage, aber wir müssen uns ja nicht kannibalisieren«, erklärte Weigel-Greilich.

 

Jugendamt Gießen: Zwischenlösung denkbar

Wie die Stadträtin weiter sagte, wolle der Eigentümer selbst sanieren und bauen. Ob die Stadt das Areal dann später pachte oder erwerbe, sei noch offen. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz schloss nicht aus, dass die Stadtverwaltung bis zu einem Bezug des Blecher-Gelände als Zwischenlösung eine anderes Gebäude anmiete, denn vor 2021/22 werde das Areal an der Ecke Ostanlage/Platz der Deutschen Einheit nicht zur Verfügung stehen.

Das 2009 eingeweihte Rathaus platzt mittlerweile aus allen Nähten, in dem mit 420 Büroarbeitsplätzen ausgelegten Verwaltungsbau arbeiten mittlerweile 570 Personen. Neben der Blecher-Lösung prüft die Stadt noch eine »zweite Möglichkeit«, aber Favorit ist im Moment ganz klar die Immobilie in der Nachbarschaft.

Im Juli war das Gebäude von Aktivisten besetzt worden, die auf die Wohnraumknappheit aufmerksam machen wollten. Eine Wohnnutzung käme unter bestimmten baurechtlichen Umständen auch in Frage, erklärte Weigel-Greilich, aber der in der Schweiz lebende Eigentümer wolle dort eine öffentliche Nutzung durch Stadt oder THM. Ein Randaspekt betrifft die Wurstbude, die seit einigen Jahren auf dem Parkplatz des Blecher-Grundstücks steht. Wo die »Woscht Anna« in zwei oder drei Jahren ihre »Groben« verkauft, ist jetzt noch kein Thema.

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