07. März 2019, 06:00 Uhr

Doppelturnhalle

Sporthalle der Liebigschule: Auch Fitnessstudio als Alternative nach Sperrung im Gespräch

Schulsport fällt aus, Vereine können nicht trainieren: Die Sperrung der Doppelturnhalle der Liebigschule Gießen hat für viele Probleme gesorgt. Jetzt suchen alle Beteiligten fieberhaft nach Alternativen.
07. März 2019, 06:00 Uhr
Probleme mit der Statik machen die unverzügliche Schließung der Halle nötig. (ep)

Vereinssportler sollen mit ihrem Training früher als geplant auf den Platz zurückkehren, Schüler müssen sich darauf einstellen, den Sportunterricht möglicherweise im Fitnessstudio oder in der Kletterhalle zu absolvieren und an der Liebigschule wissen zumindest die Abiturienten, wo sie demnächst im Fach Sport geprüft werden. Nach der Sperrung der Doppelturnhalle am Dienstag (Lesen Sie hier Hintergründe zur Sperrung der Halle) suchen Stadt und Schule gemeinsam nach Alternativen für Sportunterricht und Vereinssport. »Diese Woche wird das Training in der Doppelturnhalle ausfallen. Ab Montag haben wir einen Notfallplan mit neuer Hallenbelegung«, verspricht Tobias Erben. Der Leiter des städtischen Sportamts nennt eine Reihe von Maßnahmen, »mit denen wir Freiräume schaffen wollen«. Eine davon ist die Benachrichtigung von Vereinen, die in städtischen Sporthallen Jugendfußball, Baseball oder American Football trainieren.

 

Vereinen Alternativen anbieten

Sie werden aufgefordert, ihre Übungseinheiten ab der kommenden Woche nach draußen zu verlegen – normalerweise hätten sie die Hallen bis zum Beginn der Osterferien Mitte April nutzen können. Dadurch sollen Trainingszeiten für typische Hallensportarten wie Basketball, Volleyball oder Badminton geschaffen werden. Eine Alternative muss das Sportamt auch für die Belegung des Gymnastikraums finden, in dem beispielsweise die Boxer des VfB 1900 Gießen trainieren. Die sollen künftig wieder ausschließlich die Halle der Käthe-Kollwitz-Schule nutzen. »Für manche Freitzeitgruppe müssen wir vielleicht etwas länger suchen«, bittet Erben um Geduld, aber den meisten Vereinen werde man ab Montag Alternativen anbieten. »Vorrang haben die Vereine mit Wettkampfsport«, sagt Erben.

Die Alternativen für Schulsport und Talentförderung waren am Mittwochnachmittag Thema eines Treffens zwischen Liebigschule und Schulverwaltungsamt. »Die kurzfristige Schließung schmerzt sehr«, erklärte Lio-Schulleiter Dirk Hölscher und zeigt sich erleichtert, dass wenigstens die Abi-Prüfungen der kommenden Wochen im Fach Sport geregelt sind. »Andere Schulen stellen uns ihre Hallen zur Verfügung«, berichtet der Direktor. Nachbarschaftshilfe gibt es auch für eine Referendarin, für die am Donnerstag ein Unterrichtsbesuch in der Lio-Sporthalle eingeplant war. Der konnte kurzfristig in die Halle der Ludwig-Uhland-Schule verlegt werden. Ganz so einfach dürfte die Lösung der Probleme für den normalen Sportunterricht nicht werden. »Wir müssen pro Doppelstunde den Sportunterricht für drei Klassen anderweitig unterbringen«, sagt Hölscher. Schon jetzt nutze die Lio wegen der aktuellen Belegungssituation auch andere Hallen, etwa an der Pestalozzi- oder der Sophie-Scholl-Schule. »Das wird nicht leicht werden«, sieht der Schulleiter in so mancher Alternativlösung eher begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. So werde es demnächst Sportunterricht in einem neuen Lio-Raum für das Fach Darstellendes Spiel und möglicherweise in einem Fitnessstudio geben.

 

Stadt verhandelt mit Fitnessstudio »FitX«

Die Stadt werde mit einem »Paket an Alternativen« in das Gespräch mit der Lio gehen, kündigt Christian Neißner an. Der stellvertretende Leiter des Schulverwaltungsamtes möchte Gespräche mit der Universität führen, inwieweit die Halle am Kugelberg für den Schulsport genutzt werden kann. Im Gespräch sind auch die Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins in der Rödgener Straße und die Mehrzweckhalle Allendorf. Nächste Woche sind Verhandlungen mit den Betreibern des »FitX« in der Galerie Neustädter Tor geplant. »Je nachdem, welche Lösungen greifen, werden wir als Stadt einen Bustransfer einrichten«, kündigt Neißner an.

Wie am Mittwoch berichtet, macht die Statik der Dachkonstruktion der Doppelturnhalle Probleme. Ein Fachmann aus München hatte nach einem Ortstermin aus Sicherheitsgründen die unverzügliche Schließung empfohlen. Mit ersten Resultaten der Überprüfung wird in einigen Wochen gerechnet.

Infokasten

Eine Halle mit Geschichte(n)

Die Doppelturnhalle blickt auf eine bewegte – und außerordentlich erfolgreiche – Geschichte zurück. Als die Sportstätte an der Bismarckstraße 1963 in Betrieb genommen wurde, nahm die Öffentlichkeit kaum Notiz. Das änderte sich, als die Basketballer des MTV 1846 später ihre ersten deutschen Meisterschaften in der Doppelturnhalle feiern. Vor allem wurde die Sporthalle in jener Zeit aber für den Sportunterricht an Liebig- und Herderschule genutzt. Und 2010 war sie schon einmal für mehrere Monate wegen Sanierung geschlossen. Damals waren vor allem Dach, Decken, Beleuchtung, Elektrik und Boden erneuert worden.

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