15. März 2019, 11:00 Uhr

Schrottkarren

Spielplatz mit Trümmerautos

Etliche nicht mehr zugelassene Autos stehen auf einem Parkplatz des Stundentendorfs im Eichendorffring. Das Studentenwerk räumt die herrenlose Pkw nicht weg.
15. März 2019, 11:00 Uhr

Von Burkhard Möller , 1 Kommentar

Seit Jahrzehnten warnt ein verwittertes grün-weißes Schild am Ende des Eichendorffrings davor, auf dem dortigen Parkplatz des Studentendorfs nicht mehr zugelassene Autos abzustellen. Andernfalls drohten dem letzten Halter ordnungsrechtliche Konsequenzen und die Übernahme von Kosten für Abtransport und Entsorgung, warnt das Studentenwerk. Im Fall des unterhalb des Gießener Rings gelegenen Parkplatzes ist das eine leere Drohung, denn dort ist in den letzten Monaten ein Abenteuerspielplatz mit Autowracks entstanden, weil das Studentenwerk nichts unternimmt.

Eine Handvoll nicht mehr zugelassener Pkw stehen dort bereits seit dem vergangenen Herbst. Im Laufe der Zeit wurden die Scheiben eingeschlagen, die Türen aufgebrochen, die Wagen ausgeräumt, dann wieder mit Hausrat und Elektroschrott vollgestopft und sogar auf dem Platz hin- und hergeschoben. Am Dienstagabend veranstalteten einige Jugendliche ein Zielwerfen mit Steinen und bearbeiteten einen der Kleinwagen mit Latten. Ein Anwohner, der dort regelmäßig mit seinem Hund Richtung Butterweg unterwegs ist, sagte, er habe einen Hausmeister des nahen Studentendorfs auf die Zustände hingewiesen, aber nichts sei geschehen.

Als die GAZ im vergangenen Sommer über das größer werdende Problem mit herrenlosen Autos, die im öffentlichen Straßenraum hinterlassen werden, berichtete, versicherte das Studentenwerk: »Wir überprüfen unsere Parkplätze in regelmäßigen Abständen.« Ab und an würden auf den Parkplätzen der Wohnheim abgemeldete Autos abgestellt. Könne der letzte Halter ermittelt werden, übernehme die Rechtsabteilung die Angelegenheit und setze ihm eine Entsorgungsfrist. »Diese Vorgehensweise führt häufig zum Erfolg«, hieß es in einer Stellungnahme. Anlass der Anfrage waren auch damals mehrere nicht mehr zugelassene Pkw, die sehr lange auf dem versteckt gelegenen Parkplatz gestanden hatten. Einige Tage nach dem Pressebericht wurden sie abtransportiert.

 

100 herrenlose Auto im Jahr

 

Wie im Sommer berichtet, haben nicht nur das Studentenwerk und andere Eigentümer von Parkplätzen mit diesem Problem zu kämpfen, sondern auch und vor allem die Stadt. In ihrem Zuständigkeitsbereich wurden 2017 fast 100 herrenlose Pkw festgestellt. Die überraschend hohe Aufklärungsquote gab das Ordnungsamt mit 85 Prozent an, daher hätten auch nur 15 Fahrzeuge abgeschleppt werden müssen, hieß es.

Der Versuch, ein Auto im öffentlichen Verkehrsraum zu entsorgen, kann übrigens teuer werden. Mit der Geldbuße in Höhe von 100 Euro ist die Sache für den letzten Halter nämlich keineswegs getan. Gemäß der Sondernutzungsgebührensatzung für die öffentlichen Straßen und Plätze in Gießen werden Standgebühren in Höhe von zehn Euro pro Tag fällig. Zuzuglich der Abschleppkosten in Höhe von 140 Euro, Verwaltungskosten von 66 Euro kommen schnell mal 500 Euro zusammen.

Zusatzinfo

Wohin mit der alten Karre?

Erste Adressen für schrottreife Kfz sind die anerkannten Autoverwertungsbetriebe. Die Gemeinsame Stelle Altfahrzeuge der Bundesländer (GESA) nennt für Stadt und Landkreis Gießen eine Handvoll Unternehmen. Wem es egal ist, ob es noch Geld für den alten Pkw gibt, kann sich auf die in der Altfahrzeugverordnung verankerte Pflicht der Hersteller berufen, die von ihnen gefertigten Autos dem Letzthalter kostenlos abnehmen zu müssen. Das machen aber nicht alle Autoverwerter. Informationen zur Pkw-Entsorgung mit Adressen der Verwertungsbetriebe in der Region unter www.altfahrzeugstelle.de. Einige Gebrauchtwagenhändler in der Region kaufen betagte Pkw für kleinere Beträge ab.

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