19. Juni 2008, 20:50 Uhr

Spezialist für schnelle Krankheits-Diagnosen

Gießen (jri). Ein neues Biomedizintechnik-Unternehmen hat sich im Europaviertel angesiedelt: Die »Milenia Biotec GmbH« ist zum 1. Juni in Geschäftsräume in der Versailler Straße eingezogen und hat ihren Firmensitz von Bad Nauheim nach Gießen verlegt.
19. Juni 2008, 20:50 Uhr

Gießen (jri). Ein neues Biomedizintechnik-Unternehmen hat sich im Europaviertel angesiedelt: Die »Milenia Biotec GmbH« ist zum 1. Juni in Geschäftsräume in der Versailler Straße eingezogen und hat ihren Firmensitz von Bad Nauheim nach Gießen verlegt. Das Unternehmen bietet medizinische Tests zur schnellen und einfachen Diagnose von Krankheiten an, darunter Allergietests oder Tests zur Bestimmung von Blutvergiftung bei Neugeborenen. Zeitgleich zum Umzug in die Universitätsstadt hat der zehn Mitarbeiter umfassende Betrieb den bislang größten Auftrag der Firmengeschichte an Land gezogen. Wie Geschäftsführer Dr. Ralf Dostatni erklärte, wird ein großes Pharmaunternehmen 1,4 Millionen Asthma-Tests pro Jahr abnehmen. Bisher verkaufte »Milenia Biotec« nur etwa 300 000 bis 400 000 Tests pro Jahr.

Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Heinz-Peter Haumann freute sich über den Zuzug des Biomedizintechnik-Betriebs: »Damit haben wir eine kleine Perle für unsere Stadt hinzugewonnen, die sehr gut zum Standort Europaviertel passt«, sagte Haumann. Er hieß das Unternehmen zusammen mit Sabine Wilcken-Görich, Leiterin der städtischen Abteilung Wirtschaftsförderung, in Gießen willkommen.

Bei einer kleinen Betriebsführung zeigten Dostatni und die für Marketing und Verkauf verantwortliche Dr. Susanne Berthold ihrem Besuch unter anderem die Funktionsweise eines Allergie-Selbsttests, den »Milenia Biotec« entwickelt und produziert hat und der in Apotheken erhältlich ist. Mit Hilfe des Tests können Menschen, die einen Allergieverdacht hegen, bequem zu Hause herausfinden, ob sie etwa gegen Milben, Schimmelpilz, bestimmte Pollenarten oder Katzen und Hunde allergisch sind.

Das erfolgreichste Produkt des Unternehmens ist allerdings ein Sepsis-Diagnostiktest. Damit kann frühzeitig festgestellt werden, ob ein neugeborenes Baby unter einer Infektion leidet oder nicht. »39 von 40 Kleinkindern werden unnötig mit Antibiotika behandelt und auf die Intensivstation geschickt«, sagte Dostatni. Der von seinem Unternehmen entwickelte Sepsis-Test bestimme zuverlässig, ob im Blut eines Neugeborenen, das zum Beispiel Symptome wie Trinkunlust, Schluckbeschwerden, erhöhte Temperatur oder bläuliche Haut zeigt, gewisse Protein-Parameter auf eine Infektion hinweisen und die Gabe von Antibiotika damit medizinisch notwendig ist. »Unsere Testsysteme können in vielen Fällen unnötige Therapien oder Krankenhausaufenthalte einsparen«, meinte Dostatni.

Der Umzug des Unternehmens wurde erforderlich, weil die bisherigen Geschäftsräume in Bad Nauheim aufgrund einer Vergrößerung der ehemaligen, nun zum Bayer-Konzern gehörenden Muttergesellschaft DPC nicht mehr zur Verfügung standen. »Die Stadt Gießen hat sich im Gegensatz zu Bad Nauheim sehr um uns bemüht. Zudem gibt es hier für uns mit der Universität, der Fachhochschule, dem Technologie- und Innovationszentrum TIG und der sehr guten Verkehrsanbindung eine ideale Infrastruktur«, erläuterte Dostatni, warum seine Firma nach Gießen wechselte und ihre Gewerbesteuer statt in der Wetterau nun in der Universitätsstadt entrichtet, worüber sich Haumann und Wilcken-Görich natürlich hoch erfreut zeigten.

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