15. Mai 2015, 18:43 Uhr

Spargelverkauf am Feiertag verboten

Gießen (mö). Frische Spargel, eine Portion Schinken und Kartoffeln und darüber geschmolzene Butter: Dieser spontane kulinarische Einfall ließ bei einem Gießener vorgestern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch aus dem Schmaus an Himmelfahrt wurde nichts, denn die Verkaufsbude an der Marburger Straße war zu.
15. Mai 2015, 18:43 Uhr
Nur noch werktags geöffnet: Die Bude an der Marburger Straße. (Foto: Schepp)

Grund: Ein vom Landkreis verfügtes Verkaufsverbot. Dies bestätigte am Freitag Kreissprecherin Meike Bartz. Mit der Verfügung sei der Kreis einer Aufforderung des Hessischen Sozialministeriums nachgekommen, die Bestimmungen des Ladenöffnungsgesetzes durchzusetzen. Und dies verbiete einem normalen Händler, an Sonn- und Feiertagen seine Waren zu verkaufen. »Das ist ja kein Hofladen, sondern nur eine Verkaufsbude«, sagte Bartz mit Hinweis auf den Paragraf 4 des Ladenöffnungsgesetzes, in dem »Sonderöffnungszeiten« definiert sind. Danach dürfen Buden von Bauernhöfen, Hofläden sowie genossenschaftliche Verkaufsstellen auch an Sonn- und Feiertagen sechs Stunden lang öffnen.

Das von dem Verkaufsverbot betroffene Unternehmen Spargelhof Wendel aus Zwingenberg an der Bergstraße ging nach eigenem Bekunden davon aus, diese »Sonderregelung« im hessischen Ladenöffnungsgesetz weiterhin nutzen zu können. Thomas Kraus: »Wir haben das jahrelang so gemacht, ohne dass es jemand beanstandet hat.« Über das Verkaufsverbot, verbunden mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren, sei das Unternehmen erst am Mittwoch informiert worden. »Wir hatten nicht einmal Zeit, unseren Kunden Bescheid zu sagen«, sagte Kraus.

Der Spargelhof betreibt Verkaufsstellen von Marburg im Norden bis hinter Stuttgart im Süden. In Baden-Württemberg gebe es für die Sonn- und Feiertage ein klares Verkaufsverbot, in Hessen sei das nicht so klar, aber man werde sich natürlich daran halten, sagte Kraus. An den Werktagen hätten die Verkaufsstellen wie gewohnt geöffnet. Kraus hofft nun, dass der Kreis wenigstens auf die Eintreibung der Geldbuße verzichtet: »Wir haben wirklich nicht gewusst, dass wir das nicht dürfen.«

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