04. Februar 2016, 08:53 Uhr

Somalische Flüchtlinge demonstrieren für schnellere Asylverfahren

Trotz Dürre und Terror erhalten in Deutschland weniger Somalis eine Anerkennung als Flüchtling als Menschen aus dem nahen Eritrea. Gegen zu lange Asylverfahren und Rückführungen in europäische Länder gemäß dem Dublin-Verfahren haben am Mittwoch in Gießen rund 300 Somalis aus ganz Hessen demonstriert.
04. Februar 2016, 08:53 Uhr
Symbolträchtig: Vor dem Teil der Berliner Mauer auf dem Bahnhofsvorplatz demonstrieren die Somalis auch für offene Grenzen. (Foto: Oliver Schepp)

Gießen (mö). Somalia ist ein »failed state«, ein gescheiterter Staat. Ein jahrelanger Bürgerkrieg hat das Land am Horn von Afrika zu einem zerrissenen Land gemacht. Besonders im Süden leiden die Menschen unter Dürre und dem Terror der islamistischen Al-Shabab-Miliz. Und dennoch erhalten weniger Somalis eine Anerkennung als Flüchtling als Menschen aus dem nahen Eritrea. Gestern demonstrieren deshalb 300 Somalis für schnellere Asylverfahren und gegen »Dublin II«.

Die Flüchtlinge, deren Verfahren durchschnittlich 13 Monate dauern, zogen vom Bahnhof in dem Meisenbornweg, um vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu demonstrieren. Ihr Weg führte sie anschließend zu einer Außenstelle des RP in der Frankfurter Straße und zur Abschlusskundgebung vors Rathaus. Unterstützt wurde die Demo durch Mitglieder der Gießener Gruppe »Rassismus tötet«. Einer der Somalis betonte: »Wir sind keine illegalen Flüchtlinge, wir sind legal Asylsuchende«.

Die Veranstaltung war Bestandteil einer bundesweiten Serie von Demonstrationen. In Hessen gehören die Somalis zu den kleineren Gruppen. Im Dezember nahm die HEAE rund 130 Somalis auf. Knapp 40 Prozent erhalten eine Anerkennung als Flüchtling.



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