22. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Soli für Horn und Bratschen

Gießen (gl). Die Weihnachtskonzerte der Liebigschule sind mit den üblichen Schulkonzerten kaum vergleichbar. Schließlich verfügt die Schule über einen enormen Pool an hochtalentierten Instrumentalisten und einen unter anderem mit dem 1. Preis beim Hessischen Chorwettbewerb ausgezeichneten Oberstufenchor. Somit waren die Erwartungen der Besucher am Dienstag in der restlos gefüllten Morus-Kirche entsprechend hoch – und wurden nicht enttäuscht.
22. Dezember 2016, 12:00 Uhr
Der Chor singt unter der Leitung von Peter Schmitt »Es ist ein Ros entsprungen« von Michael Praetorius. (Foto: gl)

Schon die Tatsache, dass zwei Soloauftritte an diesem Abend mit Horn und einem Bratschenduo besetzt waren, machte neugierig. Johann Schuppe lieferte mit Camille Saint-Saëns anspruchsvollem Konzertstück op. 94 für Horn und Orchester den Beweis seines Talents. Souverän intonierte er selbst schwierige Läufe sauber und sicher. Ihm zuzuhören war ein Genuss. Aber auch die Bratschisten Franz Oehler und Charline Klar konnten mit dem Allegro aus Anton Wranitzkys Konzert C-Dur als versierte Interpreten überzeugen. An der Orgel interpretierte Josua Velten gemeinsam mit einem vierstimmigen Chor Gabriel Faurés ruhig-wogendes »Cantique de Jean Racine« souverän.
Dass Eigeninitiative belohnt wird, zeigten Laura Kutscher, Caroline Kenntemich und Sophie Dieser, die Sarah McLachlans Ballade »Angel« einfach mal so in der Aula der Schule angestimmt hatten und von Chorleiter Peter Schmitt auch gleich für einen Auftritt beim Weihnachtskonzert eingeplant wurden. Sie bekamen sehr anerkennenden Applaus. Den konnte auch Darina Machavova für sich verbuchen, die Händels »Er weidet seine Herde« aus dem »Messias«-Oratorium mit glockenhellem Sopran sang. Bereits zu Beginn des Konzerts hatten die Streicher des Orchesters unter der Leitung von Sabine Schuppe und mit Lily Velten als Sologeigerin und Franz Oehler als Solobratschist Edvard Griegs Suite »Aus Holbergs Zeit« mit viel Verve ansprechend intoniert.
Schulleiter Dirk Hölscher hatte zu Beginn des Konzerts schon verraten, dass er beim heimlichen Lauschen während der Proben den Eindruck gehabt hatte, eigentlich einer perfekten CD-Aufnahme zu lauschen. Was er damit gemeint hatte, zeigte sich beim Auftritt des Chors der Klassen 9 bis Q3. Choralsätze von Bach und Praetorius, einen Gospel, aber auch zeitgenössische Kompositionen aus dem Baltikum wie »Ubi caritas« von Ola Gijelo oder das von Gläserreiben begleitete zauberhafte »Trees« von Eriks Esenvalds bestachen durch die klaren Stimmen der Sängerinnen und die für einen Schulchor doch sehr sicheren Männerstimmen im Kammerchor VocaLio, der sich gezielt moderneren Stücken widmet. Dr. Jörg Abel, dem Dienstältesten im engagierten Team der Lio-Musiklehrer, oblag die Ehre, das Finalstück des zweieinhalbstündigen Konzertabends zu dirigieren. Unter seiner Führung und in seiner Bearbeitung spielten die mit Lehrern verstärkte Bläsergruppe und die Schlagzeuger Auszüge aus Modest Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« (Miteinstudierung: Michael Zarniko). Ein wuchtig-beeindruckender Abschluss eines Schulkonzertes, das weit mehr war als nur ein Konzert von Schülern.

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