08. April 2018, 18:55 Uhr

Sinnenfrohe Kunst

08. April 2018, 18:55 Uhr
Pop-Art-Werke von Diana Eger und Keramik-Skulpturen von Hans-Peter Mader sind hier zu sehen. (Foto: dkl)

Gießen (dkl). Galerist Rudolf Lotz hat für die erste Ausstellung des Jahres ein passendes Frühlingsthema gewählt. Er nennt es »Etwas: Sinnliches – Erotisches«, das Sprießen der Triebe könnte man locker formulieren. Dafür hat er einiges aus seinem Fundus zusammengestellt, das sind vor allem kleinformatige Grafiken, und präsentiert die sehr unterschiedlichen Gemälde von zwei jungen Künstlerinnen.

Die Altmeister der erotischen Kunst sind mit feinzeichnerischen Grafiken vertreten, das sind der schönlinig arbeitende Bruno Bruni, der in Rubens-Manier zeichnende Klaus Böttger und der manchmal drastische Horst Janssen. Vom heimischen Bodo Klös sind einige witzige Arbeiten mit seinem Raben Hans Huckebein zu sehen.

Beim Betreten des Galerieraums als erstes ins Auge fallen die relativ großen Akt-Drucke von Willi Kismer. Dass die Vorlagen dafür Gemälde sind und nicht Fotografien, das mag man kaum glauben angesichts der akribischen Detailgenauigkeit von Haut und Gewand der schlanken Frauenkörper. Auf der rechten Seite des Ausstellungsraumes sind interessante Neu-Entdeckungen zu machen. Auf einer Wand sind das die farbintensiven abstrahierenden Gemälde von Cornelia Baums (Linden), gegenüber die Pop-Art-Werke von Diana Eger (Frankfurt), in deren Zentrum Fotografien von Sex-Idolen der 70er Jahre stehen, und dazwischen auf Podesten die zierlichen Keramikfiguren von Hans-Peter Mader (Erfurt). Das sind belebende Kontraste.

Die mythischen Keramik-Faune, von Metallstrahlen angepiekst, wirken angesichts der weiblichen Dominanz wie verzweifelt tapfere Krieger nach dem Vorbild des am Marterpfahl stehenden Hl. Sebastian. Das lädt insgesamt zum Schauen, Schmunzeln und Diskutieren ein. Was am Eröffnungssamstag auch schon eifrig getan wurde. Ausliegende Bücher zum Thema ermöglichen eine vertiefende Beschäftigung.

Die Ausstellung in der Galerie auf dem Schiffenberg ist bis zum 21. Mai zu sehen.

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