27. Oktober 2017, 11:00 Uhr

Siesmayer-Karrée

Siesmayer-Karrée: 200 Wohnungen und ein Parkhaus sollen entstehen

Wie viel sich baulich am Uniklinikum in den letzten Jahren getan hat, lässt sich auch an der Zahl der Pläne ablesen, die die Stadt auf den Weg gebracht hat. Der neueste heißt »Seltersberg V«.
27. Oktober 2017, 11:00 Uhr
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Von Burkhard Möller
Gründerzeit-Architektur und viel Grün prägen das »Siesmayer-Karree«. Nun gibt es eine Nutzungsperspektive. (Foto: Schepp)

Viel Grün und alte Backsteingemäuer: Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der ehemaligen Psychiatrie und Neurologie sind ein Idyll am Rand des geschäftigen Klinikbetriebs. Mit der jüngsten Inbetriebnahme der psychiatrischen Klinik wurden auch die letzten der alten Gebäude nicht mehr gebraucht. Nun gibt es neue Pläne für das knapp vier Hektar große Areal, die der Magistrat am Montag beschlossen hat. Demnach plant das Studentenwerk die Errichtung von rund 200 Wohneinheiten im Bereich des »Siesmayer-Karrées«. Darüber infomierte Planungsdezernent Peter Neidel in der Pressekonferenz der Stadtregierung.

 

250 Stellplätze

 

Außerdem will das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) die in der Schubertstraße vorhandene ebenerdige Parkplatzfläche durch die Errichtung eines Parkhauses beziehungsweise eines Parkdecks ersetzen und somit die Stellplatzkapazitäten erweitern. Das Parkhaus soll drei Ebenen für 250 Stellplätze umfassen.

Die Fläche, die das Studentenwerk bebauen will, weist laut Magistratsantrag eine Fläche von gut 22 000 Quadratmetern auf. Der überwiegende Teil der Wohnungen soll schrittweise in den Bestandsgebäuden verwirklicht werden. Dabei sollen die in einem Denkmalgutachten ermittelten Sanierungsziele beachtet werden, erklärte der CDU-Stadtrat. Die Planung steht mit dem erfolgten Einleitungsbeschluss erst am Anfang.

Ein Vorhaben im Zuge der Bebauungsplanung ist auch der Abriss der Baracke Am Steg 16. Eine Nachfolgenutzung für dieses Gebäude ist nicht vorgesehen. Die Teilfläche der Justus-Liebig-Universität (JLU) mit den Gebäuden Frankfurter Straße 105 und 107 sind als sogenannte Potenzialflächen festgelegt, deren Entwicklungsperspektiven von der JLU nicht näher beschrieben sind, wie es im Einleitungsbeschluss heißt.

 

Baracke Am Steg wird abgerissen

 

Nichts Neues gibt es zu dem vom UKGM dringend benötigten Anbau an das Hauptgebäude des Klinikums. »Die Planung ist in der Bearbeitung. Wir befinden uns mit dem Klinikum noch in Gesprächen«, sagte Neidel. Die Stadt lehnt aus städtebaulichen Gründen einen von der Klinikleitung favorisierten weiteren Riegel ab und hat ihrerseits eine andere Variante ins Spiel gebracht. Das UKGM hatte im Sommer des vergangenen Jahres Pläne für einen fünfgeschossigen Winkelbau präsentiert, der zwischen Hauptgebäude und Parkhaus auf eine Freifläche gesetzt werden soll, dies mit Anbindung an das zentrale Bettenhaus. In diesen Neubau sollen Fachkliniken und Labore verlegt und darin zusätzliche Bettenkapazitäten geschaffen werden. Da es aber Unstimmigkeiten zwischen Stadt und UKGM gab, zog der Magistrat die Planung zurück. Seitdem wird an einem neuen Konzept gearbeitet.



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