01. September 2018, 09:00 Uhr

50 Jahre Fußgängerzone

Seltersweg feiert mit Schlammbeiser-Parade und Late-Night-Shopping

Die Gießener Fußgängerzone wird 50. Der runde Geburtstag wird am letzten September-Wochenende groß gefeiert. Die Hauptrolle spielt ein Gießener Original
01. September 2018, 09:00 Uhr
Geplant ist auch eine »Schlammbeiser-Parade«. Heinz-Jörg Ebert (l.) und Markus Pfeffer präsentieren die Rohlinge. (Foto: Schepp)

Heinz-Jörg Ebert kann sich noch daran erinnern, als die VW-Käfer durch den Seltersweg geknattert sind und sich in den Kreisverkehr am Selterstor eingefädelt haben. »Da stand ein Schutzmann im Gummizeug im strömenden Regen und hat den Verkehr geregelt«, sagt der Schuhhändler, der im Darré-Haus am Selterstor aufgewachsen ist. Das war vor 1968, denn im September vor 50 Jahren war mit Kreisverkehr und Autos im Seltersweg Schluss: Am Samstag, dem 28. September 1968, wurden der erste Abschnitt der Fußgängerzone und das Elefantenklo eingeweiht. Vor allem den Geburtstag der »Schlappegass« will der BID-Verein am Freitag und Samstag, dem 28. und 29. September, gebührend feiern. »Ein kleines, aber feines Stadtfest« kündigen Ebert und BID-Geschäftsführer Markus Pfeffer an.

Die Fußgängerzone hat mehr Aufenthaltsqualität als jedes geschlossene Einkaufszentrum

Heinz-Jörg Ebert

Die Feierlichkeiten werden sich keineswegs auf den Seltersweg beschränken, denn für eine Bühne ist es da zu eng. Sie wird in der Löwengasse stehen und einer der Schauplätze an den beiden Tagen sein. Livebands spielen dort am Freitag; am Samstag soll dort ein großes »Rudelsingen« unter Leitung von Peter Schmitt aus Pohlheim stattfinden. »Ich hoffe, wir kriegen den größten Chor in Gießens Geschichte zusammen, größer als die Fischer-Chöre«, gibt Pfeffer schon mal eine Hausnummer vor. Weltpremiere wird dann auch die von Chorleiter Schmitt komponierte »Schlammbeiser-Hymne« feiern.

 

Hier für unseren Schlammbeiser abstimmen!

Womit das Stichwort für ein weiteres Highlight gegeben ist. BID-Geschäftsführer Pfeffer hatte die Idee, eine »Schlammbeiser-Parade« in der Fußgängerzone durchzuführen. 50 mannshohe Kunststoffrohlinge hat eine Firma aus Sachsen in den letzten Wochen produziert, von denen bereits 40 an Firmen und Vereine in Gießen zum Stückpreis von 1200 Euro verkauft wurden. Sie werden nun bis zum letzten September-Wochenende von ihren Eigentümern individuell gestaltet und in den zwei Tagen in der City stehen. Danach werden sie sicherlich in den Firmenzentralen oder Bereichen mit viel Publikumsverkehr ihren Platz finden. Aber vorher soll auch noch »Gießens next Top-Schlammbeiser« gewählt werden, und zwar von den Lesern der beiden Tageszeitungen »Allgemeine« und »Anzeiger«. Der Eigentümer des schönsten Schlammbeisers gewinnt eine Flusstour im gleichnamigen Boot des Marinevereins. Ein Ehrenschlammbeiser geht an Steinmetz Hans-Ulrich Ehrhardt, der die Form für den Schlammbeiser geschaffen hatte, der auf dem Kirchenplatz steht. »Zehn haben wir noch übrig«, wirbt Ebert um weitere Interessenten (E-Mail an info@seltersweg.de).

 

Großes Höhenfeuerwerk

Zurück zum Programm der Geburtstagsfete. Neben der Bühne wird es im Seltersweg und der Löwengasse Getränke- und Imbissstände sowie ein Weindorf geben. An der Westanlage können sich die Kinder austoben, auf dem E-Klo wird ein Kletterturm stehen, in einer Endlosschleife werden Filme gezeigt, die in den letzten Jahrzehnten über die Fußgängerzone gedreht wurden. Außerdem ist eine kleine Presseschau zu den Bauarbeiten vor 50 Jahren geplant. Und zum krönenden Abschluss am Freitag wird es »Feuer frei« für ein großes Höhenfeuerwerk heißen, das auf dem Karstadt-Parkhaus gezündet wird. Über das gesamte Programm mit allen Uhrzeiten wird der BID-Verein rechtzeitig vor dem Geburtstagswochenende im Internet und in Sonderveröffentlichungen der Tageszeitungen informieren.

 

Schöne Fassaden statt hässliche Werbung

Als Marksteine der Fußgängerzone und speziell des Selterswegs bezeichnet Ebert Veränderungen wie das Verschwinden der Ferber’schen Universitätsbuchhandlung oder den Kampf um Karstadt und natürlich die verbesserte Optik durch Beleuchtungskonzept, Fassadensanierungen sowie den Verzicht auf überbordende Außenwerbung. Die Einführung der Werbeanlagensatzung sei auch eine Forderung der BID-Vereine gewesen, in denen Hauseigentümer und Händler stetig und gemeinsam an Verbesserungen arbeiteten. Für Ebert steht fest: »Die Fußgängerzone hat mehr Aufenthaltsqualität als jedes geschlossene Einkaufszentrum.«

Neuer Anlauf

Late Night Shopping

Das Fußgängerzonen-Jubiläum ist dem BID-Verein Seltersweg einen erneuten Anlauf wert: Am Freitag, 28. September, werden die Geschäfte bis 23 Uhr geöffnet haben. »Wir hoffen, dass die ganze Fußgängerzone mitmacht und es neben viel Frequenz auch viele Tüten gibt«, sagt BID-Vorsitzender Ebert. Bislang hat das Light-Night-Shopping in Gießen nicht so gezogen, der letzte Versuch fand 2010 statt. Von der Kombination aus Einkaufen, gastronomischen Angeboten und Bandauftritten in der Löwengassen versprechen sich die Händler auch eine bessere Resonanz als beim Verkaufssonntag am Stadtfest.

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