13. Juni 2017, 22:18 Uhr

»Seid eckige Menschen«

13. Juni 2017, 22:18 Uhr
Vier Abiturienten schließen mit der Traumnote 1,0 ab: Selahattin Bayindir. Jonathan Knaus, Clara Lösel und Johanna Rau (v. l.). (Foto: sis)

»Star Wars – Abi- Wan Kenobi« lautet das Motto und wurde am Dienstag in der Kongresshalle mit der offiziellen Zeugnisausgabe gefeiert.

146 Schüler freuten sich über den höchsten schulischen Abschluss. Alle, die zu den Prüfungen zugelassen wurden, haben diese bestanden. Ihnen gelang eine Durchschnittsnote von 2,2. »Damit liegen wir sicher wieder über dem Landesdurchschnitt«, meinte Schulleiter Dr. Dirk Hölscher. Vier Schülern gelang gar das Optimum von 1,0. Vier weitere Abiturienten schließen mit 1,1 ab.

Übrigens haben auch zwei »Nichtschüler« ihr Abi an der Liebigschule abgelegt. Sie hatten sich vom Schulunterricht verabschiedet und haben am Ende vier schriftliche und vier mündliche Prüfungen absolviert. Einer von ihnen schnitt mit 1,0 ab.

»Seid eckige Menschen«, rief Lehrer Christian Heimbach den Abiturienten zu. »Wehrt euch gegen schnelle Antworten.« Abitur sei, wie aus dem Paradies vertrieben zu werden. Als Orientierung für seine Rede griff Heimbach auf Rilkes Gedicht »Was mich bewegt« zurück. »Was wird euch bewegen?«, fragte er die Absolventen. »Ihr seid wie vollgefressene Raupen. Die oft hässliche Raupe wird sich langsam entfalten.«

Die Absolventen Clara Lösel und Laurenz Pitz hielten ihre Abiturrede zu bekannten Musiktiteln. »Wieder weht ein Wind of Change«, resümierte Lösel zum Beispiel. Auf Fragen der Lehrer sei oft nur der »Sound of Silence« zu hören gewesen, scherzten die Abiturienten außerdem.

17 Liebigschüler haben ihr Abitur mit der Note 1,3 und besser abgeschlossen. Die Traumnote 1,0 erreichten Clara Lösel, Selahattin Bayindir, Jonathan Knaus und Johanna Rau. Für herausragende Leistungen in Mathematik wurden Pascal Steinke und Anna Hochscheid geehrt. Felix Auringer bekam den Max-Planck-Preis. Bayindir erhielt den Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Tim Schneider die Auszeichnung der Physikalischen Gesellschaft. Weitere Ehrungen für besonderes Engagement gingen an Natalie Monden, Julian Otto, Janina Müller, Simeli Nohman und Caroline Kenntemich.

Die Feier wurde vom Kammerorchester unter Leitung von Sabine Schuppe eröffnet. Mit Jules Massenets »Meditation« aus der Oper »Thaïs« gelang den Musikern eine besonders stimmige Interpretation. Solistisch überzeugte Tabea Marauhn an der Violine.

Musikalisch lockerten derweil die »Jüngsten der Lio« mit dem Chor der 5. Klassen in Begleitung eines Streichensembles die Reden auf. Mit »Komm, lieber Mai« sei Mozart ein fröhliches Stück gelungen, stellte einer der Schüler fest. Und das obwohl gerade der Wonnemonat so stressig für Abiturienten sei. Unter Leitung von Dr. Jörg Abel und Peter Schmitt sang der Chor »Yellow Submarine« und verabschiedete sich mit den Worten: »Ihr seid gute Vorgänger für unseren Jahrgang 2025!«

17 Schüler mit Note 1,3 und besser

Neben den Aktuellen wurden auch Ehemalige geehrt, die vor 50 und 60 Jahren ihr Abitur an der Lio abgelegt haben. »Waren Sie wirklich anders als 18-Jährige?« fragte der Schulleiter. Hölscher ging mithilfe der Shell-Jugendstudien aus den Jahren 2015 und 1966 der Frage auf den Grund. Die größten Unterschiede zu den goldenen Abiturienten lägen wohl eher im Freizeitverhalten, stellte der Schulleiter fest. »Die Beatkeller sind eben mittlerweile weggefallen.« In puncto Familie, Freunde und Erziehung ähnelten die Abiturienten heute ihren Vorgängern aber weit mehr, als man denkt.

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