23. Dezember 2011, 18:43 Uhr

»Sehr bewegende« Trauerfeier für Horst-Eberhard Richter

23. Dezember 2011, 18:43 Uhr
Bei einer Trauerfeier in Berlin wurde gestern Abschied genommen vom Gießener Ehrenbürger Horst-Eberhard Richter. (Foto: bf)

Gießen/Berlin (dpa/mö). Familienangehörige, Kollegen und Schüler haben am Freitag Abschied von dem Psychoanalytiker und Friedensaktivisten Horst-Eberhard Richter genommen. Zur Trauerfeier auf dem Berliner Waldfriedhof waren rund 120 Menschen gekommen, darunter eine Delegation aus Gießen.

»Richter war einer, der auf das Gute hinaus wollte, obwohl er die Abgründe der Menschen kannte«, sagte der Theologe Friedrich Schorlemmer, der die Trauerrede hielt. Richter sei sein Leben lang auf der Suche gewesen nach einer Welt, in der Frieden sein könne.

Aus Gießen waren Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz sowie für den Athletik-Club Eulenkopf (ACE) Theo Strippel angereist. Gekommen war auch der heimische Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit (SPD).

OB Grabe-Bolz, gehandicapt durch eine schwere Bronchitis, sprach für die Gremien der Universitätsstadt Gießen, deren Ehrenbürger Richter war, tröstende Worte zu den Angehörigen und würdigte die Verdienste Richters für die Gießener Stadtgesellschaft. Von der Trauerrede des früheren DDR-Regimekritikers Schorlemmer zeigte sich die OB beeindruckt. »Es war eine tiefgehende und sehr bewegende Trauerfeier«, sagte Grabe-Bolz.

Dem Wunsch der Hinterbliebenen entsprechend, hatte die Stadt auf einen Kranz verzichtet und stattdessen für den ACE gespendet. Horst-Eberhard Richter gilt als Wegbereiter der Gemeinwesenarbeit und hatte ganz wesentlich zur Sanierung des sozialen Brennpunkts am Gießener Eulenkopf beigetragen.

In Berlin anwesend waren auch Vertreter des von Richter gegründeten Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie. Richters Denken habe stets in wissenschaftliche Disziplinen jenseits der Medizin wie Pädagogik, Sozialpsychologie, Soziologie und Politologie gestrahlt, heißt es in einem sehr persönlich formulierten Nachruf seiner Nachfolger Elvira Selow (Vorsitzende), und Volker Niemeier (Geschäftsführer) sowie von Burkhard Brosig vom Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendlichenmedizin der Universität. »So warst Du für alle, die Dich liebten, ein Leuchtturm. Leuchttürme sind Orientierungspunkte, ihre Leuchtfeuer auch manchmal Warnungen. Wer könnte dies besser bis zu deinem unfassbaren Tod besser verkörpert haben als Du, Horst, in Deiner immer wachsamen, mitmenschlich-politischen Lebendigkeit«, heißt es abschließend in dem Nachruf.

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