08. September 2017, 22:49 Uhr

Schweitzer-Schule wird Förderzentrum

08. September 2017, 22:49 Uhr

Gießen (pd). Antje Mühlhans betrieb Werbung in eigener Sache. »Sie können als große Schule nicht ohne Bibliothek, Mediathek und Oberstufenarbeitsraum sein«, erklärte die Schulleiterin den Mitgliedern des parlamentarischen Schulausschusses, der am Donnerstagabend im Landgraf-Ludwigs-Gymnasium zu Gast war. Auf der Wunschliste der Direktorin standen außerdem eine Sport- und Veranstaltungshalle, »mehr und größere Klassenräume« sowie die Schaffung der digitalen Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Unterricht.

Dass der Schulträger Stadt mit Beginn des Schuljahrs 2017/18 in das »Inklusive Schulbündnis« des Kultusministeriums aufgenommen wurde, berichtete Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Die Einrichtung der Schulbündnisse sei eine Reaktion auf den Beitritt Deutschlands zur UN-Behindertenrechtskonvention. In Gießen werde es eine räumliche Trennung von Förderschule und Beratungs- und Förderzentrum geben, sagte die Schuldezernentin. Wie berichtet soll der Standort Helmut-von-Bracken-Schule als Förderschulstandort erhalten bleiben, die Albert-Schweitzer-Schule soll perspektivisch zum reinen Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) werden. Eibelshäuser: »Zum Glück liegen beide Schulen nur 100 Meter voneinander entfernt.«

Hermann-Levi-Ausstellung kommt

Die wohnortnahe Beschulung gehöre zu den Zielperspektiven im »Inklusiven Schulbündnis«, betonte auch Volker Karger. Der kommissarische Leiter des Staatlichen Schulamts hob zudem die freie Entscheidung von Eltern zwischen Förder- und Regelschule hervor. Zu den Zielen des Bündnisses gehöre es ferner, die Ressourcen transparent zu verteilen – das Kultusministerium hat 2015 die Stellen im Bereich Förderschule eingefroren – und die Qualität der Arbeit zu sichern. »Förderschulen sollen ihr Angebot schrittweise unter das Dach der allgemeinen Schulen verlagern«, zitierte Karger das Ministerium und nannte als weiteres Ziel, möglichst an jeder Schule eine Förderlehrkraft zu installieren.

»Beide Schulen hatten bisher ihre eigenen Profile. Wird jetzt alles in einen Topf geworfen und umgerührt?«, fragte Christine Wagener in Richtung der beiden anwesenden Förderschulleiterinnen. Sabine Wießner-Müller (Helmut-von-Bracken-Schule und Magdalene Georg (Albert-Schweitzer) versicherten, die Kompetenzen so zusammen zu führen, »dass für die Schüler keine Nachteile entstehen«.

Einig war sich der Ausschuss bei sämtlichen zu treffenden Entscheidungen. Ohne Diskussion wurde der Erweiterung von Sandfeld- und Korczak-Schule (die GAZ berichtete) zugestimmt. An der Grundschule am Schulzentrum Ost entsteht für 700 000 Euro eine neue Mensa, der Erweiterungsbau an der Sandfeldschule für Schülerbetreuung und Bibliothek soll rund 500 000 Euro kosten. Grund für die Erweiterungen sind die gestiegenen Schülerzahlen im »Pakt für den Nachmittag«. Ebenfalls einmütig beschloss das Gremium, die Ausstellung »Ein Solitär nahmens Hermann Levi« des Badischen Staatstheaters Karlsruhe nach Gießen zu holen.

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