25. April 2017, 06:00 Uhr

Vandalismus

Schulteich-Idyll ein Trümmerfeld

Ein erneuter Randale-Vorfall schockiert die Brüder-Grimm-Schule. Gibt es in Kleinlindener Einrichtung ein Vandalismus-Problem?
25. April 2017, 06:00 Uhr
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Von Burkhard Möller

Erst in der vergangenen Woche wurde der Zivilprozess zur Randale an der Kleinlindener Brüder-Grimm-Schule (BGS) am Amtsgericht fortgesetzt, da schockiert die Schulgemeinde ein weiterer Vandalismus-Vorfall. Wie die BGS am Montag mitgeteilt hat, wurde das Gelände des Schulteichs bereits zu Beginn der Osterferien verwüstet. Dabei sei ein vierstelliger Schaden entstanden. Sollte die Teichfolie im Mitleidenschaft gezogen worden sein, könnte sich der sogar auf einen fünfstelligen Betrag summieren. »Im Moment sieht es aber so aus, dass der Teich unbeschädigt geblieben ist«, sagte der Gießener Allgemeinen die für das Teichprojekt zuständige Stufenleiterin Daniela Oetzel.

Wer die Personen waren, die wohl in der Nacht von Montag, dem 3. April, auf Dienstag, 4. April, auf dem versteckt und von außen nicht einsehbaren Gelände randaliert hatten, ist unklar. Die Schule hat Strafanzeige gestellt, die Polizei ermittelt.

Neben einer Glastür und einer großen Glasscheibe, in die ein Stein geschmissen wurde, warfen die Täter eine Brücke, eine Bank, Bretter sowie den Grillrost und andere Gegenstände in den Teich und zerstörten ein in zahlreichen Arbeitsstunden gebautes Häuschen, in dem die Stromversorgung untergebracht war. Die Elektrik war tagelang der Witterung ausgesetzt und wurde dadurch ebenfalls erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Des Weiteren wurden zwei Insektenhotels umgerissen, teilweise zerstört und der Bachlauf verwüstet. Wer sachdienliche Hinweise zu den Tätern geben kann, sollte sich an die Polizei oder die Schule wenden. Mittlerweile wurden das Gelände aufgeräumt und die gröbsten Schäden beseitigt.

Oetzel und ihr Kollege Dennis Moch, die das Gelände in den letzten Jahren mit Schülergruppen umgestaltet und damit auch eine Verlandung des Gewässers verhindert hatten, hatten an den letzten Tagen vor den Osterferien ein neues Projekt gestartet und den Schulteich erstmals quasi zum Pausenhof umfunktioniert. Bis zu 70 Schüler seien gekommen, um die Pause am Wasser zu verbringen. »Normalerweise ist der Teich eingezäunt. Wir wollten das Gelände für die Schülerschaft in der großen Pause öffnen«, erklärte Oetzel. Bei den Schülern sei das sehr gut angekommen.

Einen Zusammenhang zwischen dieser Öffnung und der Randale sieht sie aber nicht. Und auch nicht zwischen der Zerstörung, die im Juli 2014 von einer Jugendclique angerichtet wurde und gegenwärtig Gegenstand eines Gerichtsverfahren ist, und dem aktuellen Vorfall. Oetzel sprach von »Einzelfällen«; Vandalismus sei kein Dauerproblem an der BGS.

Stadt vergibt 120 Reparaturaufträge

Das Areal um den vor 30 Jahren angelegten Teich war seit 2011 in mehreren Schritten umgestaltet worden. Neben der Wasserfläche und einem Bachlauf entstanden ein Outdoor-Klassenzimmer mit Steinbänken, eine Grillecke, ein Sonnendeck, eine Hollywoodschaukel Marke Eigenbau und eine Lounge-Ecke.

Wie unlängst berichtet, bewegen sich Zerstörungen von Schuleinrichtungen in Gießen auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Die Stadt vergab im vergangenen Jahr 120 Aufträge zur Beseitigung von Vandalismusschäden in und an Gebäuden. Der Gesamtschaden belief sich auf fast 90 000 Euro. Auf den Schulhöfen wiederum fielen zum Beispiel 5400 Euro für zerstörte Lampen an, 1900 für die Beseitigung von Schmierereien, weitere 8000 Euro kamen auf zerschnittene Sonnensegel, kaputte Bänke und Tische oder verwüstete Pflanzkübel. Bei dem Vorfall im Juli 2014 hatten Jugendliche, darunter die meisten Schüler der BGS, einen Schaden von über 20 000 Euro angerichtet.

Zerstörtes Idyll: Die Spuren der Randale auf dem Schulteichgelände sind mittlerweile beseitigt worden. (Fotos: Schepp/pv)



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