20. September 2017, 11:00 Uhr

Verkehrsprobleme

Schule droht mit Klage

Die Erweiterung des Campus Philosophikum im Schiffenberger Tal stößt nicht nur auf Zustimmung: Die August-Hermann-Francke-Schule fürchtet mehr Verkehr und erwägt rechtliche Schritte.
20. September 2017, 11:00 Uhr
Schon jetzt nutzen etliche Autofahrer aus dem Ostviertel den Klingelbachweg zwischen Gebäuden der AHF-Schule hindurch, um Ampeln zu vermeiden. (Foto: pd)

Viele Spekulationen und große Skepsis gab es, als Anfang Juni die Pläne für den ersten Bauabschnitt des »Campus Philosophikum« vorgestellt wurden. Vor allem die künftige Verkehrssituation beschäftigte damals die rund 100 Teilnehmer der Anhörung. Auch wenn Stadt und Universität bekräftigen, als oberstes Ziel die Verkehrsberuhigung im Ostviertel zwischen Licher Straße und Schiffenberger Weg im Blick zu haben, erwarten manche Anlieger sogar eine Zunahme des motorisierten Verkehrs.
Dazu gehört die Schulgemeinde der August-Hermann-Francke-Schule, die schon jetzt ein erhebliches Gefahrenpotenzial sieht. Vor Kurzem erst haben die »in Stoßzeiten unübersichtliche Situation im Klingelbachweg« zu einem Unfall geführt. Eine weitere Zunahme der Verkehrsbelastung würde die Gefahrenlage für die Schüler sowie die Kinder der AHF-Kita »erheblich erhöhen«, schreibt Lothar Jost. Der Schulleiter a.D. betreut auch nach seiner Verabschiedung mehrere Projekte der christlichen Privatschule. .

An der im Schiffenberger Tal angesiedelten Schule fürchtet man angesichts der Pläne, einen neuen Großparkplatz zwischen der Osthalle und dem derzeitigen Mensa-Standort (das Gebäude soll abgerissen werden) zu errichten, eine Zunahme des Zielverkehrs durch den Klingelbachweg. »Das wäre unmittelbar zwischen unseren Schulhäusern eins und zwei hindurch«, betont Jost.
Die Schule sieht eine »billigende Inkaufnahme der Gefährdung von Francke-Schülern durch die Stadt«, weil der Zugang zum Großparkplatz aus dem Schiffenberger Tal »direkt über den Klingelbachweg zum Universitätscampus geleitet werden soll«. Sollte die Stadt nicht von ihrer Planungsoption abrücken, erwägt die Schule sogar eine Klage. Jost: »Wir werden zum Schutz unserer Schüler alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen«.

Selbstverständlich gehört es zu den Aufgaben der Stadt, die Schule und ihre Kinder zu schützen

Bürgermeisterin Weigel-Greilich

Gerda Weigel-Greilich geht dagegen nicht davon aus, dass es einen Grund zur Klage geben wird. Die Bürgermeisterin hält den Protest der AHF-Schule für »völlig verfrüht. Bisher gibt es keine Entscheidung zu irgendwas«, spielt die Dezernentin auf unterschiedliche Sichtweisen im Magistrat über das Ausmaß der Verkehrsberuhigung im Viertel an (die GAZ berichtete). Nächster Schritt der Planung sei die Verkehrsberuhigung in der Rathenaustraße.

»Selbstverständlich gehört es zu den Aufgaben der Stadt, die Schule und ihre Kinder zu schützen«. Deshalb gebe es auch keine Pläne des Magistrats, den Verkehr zum künftigen Campus-Parkplatz über den Klingelbachweg zu führen. Gegebenenfalls könne dies durch eine Einbahnstraßenregelung verhindert werden. »Wir wollen keinen zusätzlichen Verkehr, sondern maximal den Verkehr, der dort auch jetzt schon in die Innenstadt fließt«, unterstreicht die Bürgermeisterin, dass auch momentan viele Autofahrer aus dem Ostviertel via Heegstrauchweg am Klingelbach entlang in Richtung Stadt unterwegs sind.

Auch die AHF-Schule sieht es als ihr Anliegen, »nach konstruktiven Lösungsmöglichkeiten zu suchen, die die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigen«.

Zusatzinfo

Der Vorschlag der Francke-Schule

Großparkplätze sollen in den Bereich von Gießener Ring und Karl-Glöckner-Straße verlagert, auf dem Campusgelände sollen keine weiteren Parkplätze angelegt und zwischen Licher Straße und Schiffenberger Weg nur Anwohner- und Firmenverkehr zugelassen werden. So sehen die Kernpunkte des Planungsvorschlags der August-Hermann-Francke-Schule zur Beruhigung des Verkehrsaufkommens im Gebiet zwischen Licher Straße und Schiffenberger Weg vor. Eine Entlastung soll es ferner über die Verstärkung des Fahrrad- und Personennahverkehrs geben. Das Ziel, eine Gefährdung von Fußgängern und Radlern zu reduzieren, können nur erreicht werden, »wenn der Zufahrtsverkehr zu Großparkplätzen im Universitäts-Campus und der damit einhergehende Parksuchverkehr verhindert wird«, schreibt die Schule.

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