01. November 2019, 22:16 Uhr

Schulausschuss auf Ortsbesuch

01. November 2019, 22:16 Uhr
Seit kurzer Zeit ist die Mensa der Weißen Schule in Wieseck fertiggestellt. (Foto: Schepp)

Politik wird immer wieder vorgeworfen, von den Problemen vor Ort wenig Kenntnis zu nehmen. Vielleicht hatte sich der Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur der Stadt Gießen am Donnerstagabend genau deshalb für die Weiße Schule in Wieseck als Sitzungsort ausgesucht. Denn dort ist gerade der Neubau der Mensa fertiggestellt worden, weitere Bauabschnitte sollen folgen. Anlass für den Besuch der Kommunalpolitiker war ein Berichtsantrag der FDP zur Verpflegung an den Gießener Schulen.

Die Weiße Schule wächst immer weiter. Das macht alleine die Beschaffenheit des Gebäudekomplexes deutlich. An den Altbau schließen sich mehrere Neubauten an - unter anderem die vor acht Wochen fertiggestellte Mensa, die auch als Multifunktionsraum für leichten Sport oder Veranstaltungen genutzt werden kann. Hier können 200 Essen ausgegeben werden. Zuvor, erzählte Schulleiter Hans Rosenbaum, hätten die Kinder in unterschiedlichen Fachräumen in mehreren Schichten essen müssen. Ein deutliches Zeichen dafür, sagte Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser, wie die Schulen gerade durch das Ganztagsangebot auch räumlich vor neuen Herausforderungen stünden.

Begehbares Flachdach

Weil mit dem Bau der Mensa der Schulhof kleiner wurde, hat das Hochbauamt der Stadt eine Art »grünes Klassenzimmer« geschaffen. Ein Flachdach ist zu zwei Dritteln begehbar und soll begrünt werden. Es dient in Zukunft als Rückzugsort für einen Teil der insgesamt 230 Kinder, die die Klassen eins bis vier an der Weißen Schule besuchen. Der Anteil von Kindern mit ausländischen Wurzeln liegt bei 50 Prozent; von ihnen sprechen 60 Prozent zu Hause nur die Sprache der Eltern. Ein Grund, warum es an Grundschule eine Vorlaufklasse für 18 Kinder gibt, die dort intensiv Deutsch lernen.

In einem weiteren Bauabschnitt soll das Lehrerzimmer vergrößert werden und ins Obergeschoss ziehen. In einem dritten Bauabschnitt, der in den Sommerferien 2020 beginnen soll, werden die Toiletten, der Computerraum und die Werkräume saniert.

Verantwortlich für das Mittagessensangebot ist die Stadt, sagte Eibelshäuser. Mit im Boot sind alle weiterführenden allgemeinen Schulen sowie zehn Grundschulen. Zusätzlich findet in den übrigen drei Grundschulen eine Schülerbetreuung statt - und damit ein Mittagessen. Zum Schuljahr 2020/21 sollen zwei dieser Einrichtungen ins Ganztagsprogramm des Landes aufgenommen werden.

Die Grundschulen werden überwiegend über den Caterer »Tischlein deck dich« von der ZAUG beliefert. Deren Betriebsstättenleiter Steven Abstein und die Ökotrophologin Annalena Schubert stellten das Essensangebot vor. Sie orientierten sich am Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und setzten auf gesundes Essen und regionale Herstellung, sagten sie.

Insgesamt 80 Mitarbeiter würden 4000 Essen aus 170 Rezepten für Schulen und Kitas zubereiten. Der Speiseplan wiederhole sich lediglich alle acht Wochen, um eine abwechslungsreiche Ernährung zu gewährleisten. »Essen ist ein emotionales Thema«, sagte Schubert auf Nachfrage von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, ob der Caterer nicht auf mehr Fleisch verzichten wolle. Abstein betonte: »Veränderungen zu weniger Fleisch und mehr Gemüse gehen nur langsam und mit viel Aufklärung.«

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