30. August 2013, 22:38 Uhr

Schulausschuss: Schulentwicklungsplan gilt

Gießen (pd). Etwa 20 Eltern von Schülern der Herderschule saßen am Donnerstagabend auf den Zuschauerrängen des Stadtverordnetensitzungssaales. Ruhig und konzentriert nahmen sie die Informationen auf, die Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) zur PCB-Belastung an der Schule gab.
30. August 2013, 22:38 Uhr

Wichtigste Auskunft der Dezernentin im parlamentarischen Schul- und Kulturausschuss: Die Schule soll auch künftig ihre derzeitige Größe behalten.

Der Entwurf des neuen Schulentwicklungsplans liege derzeit in Wiesbaden, sagte die Stadträtin auf die Frage, ob das Gymnasium trotz der derzeitigen Probleme künftig in seiner jetzigen Größenordnung erhalten bleiben werde. Die Stadt werde an ihrer Planung mit fünf Eingangsklassen in der Stufe 5 festhalten. Die Schuldezernentin blickte noch einmal zurück auf die Ereignisse, die in den Sommerferien zu einer Sperrung von Haus A geführt hatten. In zwei Räumen seien bei Messungen im Rahmen von energetischen Sanierungsmaßnahmen über 10 000 Nanogramm pro Kubikmeter an Polychlorierten Biphenylen gemessen worden. »Niemand kann und will sich damit abfinden, dass an einer Schule gesundheitliche Risiken bestehen«, stellte Eibelshäuser klar. Bei einem Drittel der gemessenen Räume hätten sich Werte ergeben, die oberhalb der Interventionsschwelle von 3000 Nanogramm/Kubikmeter liegen. Die Stadt habe anschließend »vorsorglich und verantwortlich« die notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet, wehrte sich die Dezernentin noch einmal gegen Angriffe, die während der Diskussion in der Kongresshalle am vergangenen Mittwoch geäußert worden waren. Jede Annahme, dass »wissentlich und willentlich« ein gesundheitliches Risiko von Kindern in Kauf genommen werde, müsse als Unterstellung zurückgewiesen werden.

Unbefriedigend sei, dass es derzeit keine Antwort auf die Frage gebe, warum die Schadstoffbelastung nach den deutlich niedrigeren Messergebnissen zu Beginn der 90er Jahre derart gestiegen seien. Als mögliche Primärquelle komme der Brandschutzanstrich auf den Holzdecken infrage. Derzeit werde das Anmeldeverfahren für das Bio-Monitoring vorbereitet, so Eibelshäuser weiter. Die Miete für die Container, die derzeit in einer Größenordnung von 3000 Quadratmetern auf dem Gelände der Herderschule aufgestellt werden, liege bei gut 1,4 Millionen Euro.

Haus A: Kommt Teilneubau?

Mit der Vorlage eines Sanierungskonzepts rechnet Hochbauamtsleiter Hartmut Klee in etwa vier Wochen. Dann werde sich anhand von Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen, ob eine Sanierung von Haus A sinnvoll sei oder ob es einen »Teilneubau« geben werde, ergänzte Eibelshäuser. Die Dezernentin kündigte weitere Schadstoffmessungen in anderen Liegenschaften an.

Christine Wagener (CDU) sagte in der anschließenden Diskussion, in der Vergangenheit seien Gelder im Haushalt zugunsten der Sanierung der Theodor-Litt-Schule umgewidmet worden. Nun müsse die Sanierung der Herderschule Priorität genießen. Die Schuldezernentin erinnerte daran, dass für Brüder-Grimm-, Theodor-Litt- und Herderschule derzeit eine grundlegende Sanierung laufe. Sie warnte davor, »einzelne Schulen gegeneinander auszuspielen«. Auch auf Wageners Frage, ob die Sanierung des Gymnasiums länger als zwei Jahre dauern könnte, gab es keine Antwort. Klee: »Jede Aussage darüber wäre spekulativ.«

FDP: Mehr manisch pucken

Dafür, dass in Gießen mehr manisch »gepuckt« wird, setzt sich Dr. Klaus Dieter Greilich ein. Einen Bericht von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz über städtische Bestrebungen, die Sprache von »halbsesshaften oder sesshaft gewordenen Wandergewerbetreibenden« stärker zu etablieren, nahm der FDP-Abgeordnete wohlwollend zur Kenntnis, forderte aber in der Aussprache eine Intensivierung dieser Maßnahmen.

Einstimmig befürwortet wurde der Antrag der Freien Wähler, die Schulbezirkssatzung für Grundschulen aufgrund der Erschließung neuer Baugebiete und der Umwandlung von US-Siedlungen in Wohngebiete zu überarbeiten. Einigung erzielte der Ausschuss schließlich auch beim Thema Bibliotheksführerschein für Grundschüler. SPD, Grüne (Ursprungsantrag) und CDU (Alternativantrag) kamen überein, dass eine Kooperationsvereinbarung erzielt werden soll.



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