25. Juli 2013, 16:48 Uhr

Schlagzeuger Ralph Humphrey hält Workshop im Musikhaus

Der Amerikaner spielte mit Musikgrößen wie Frank Zappa und Don Ellis. Schon seit Langem gibt der Drummer sein Wissen an den Nachwuchs weiter.
25. Juli 2013, 16:48 Uhr
Gestenreich erklärt Ralph Humphrey seine musikalischen Beispiele. (Foto: ali)

In der Abendsonne glänzen die Pianos des Musikhauses, doch statt romantischer Klaviermusik nach Feierabend gibt es Schlagzeugbeats. Gut 25 Schlagzeugbegeisterte jeder Altersgruppe kommen in den Genuss einer ganz besonderen Unterrichtstunde.

Der Amerikaner Ralph Humphrey ist einer der populärsten Studiomusiker des Westens. Seit gut 30 Jahren gibt er seine Kenntnisse an Jungmusiker weiter. Unter anderem an der Los Angeles Music Academy (LAMA), einer der renommiertesten Lernstätten für Nachwuchsmusiker. Weltweit schätzt man den Drummer für seine innovative Spieltechnik und sein didaktisches Geschick. So einen kann man den Gießener Schlagzeugern nicht vorenthalten, dachte sich Organisator Simon Bender vom Musikhaus Schoenau und lud ihn in Zusammenarbeit mit Steffen Zaha vom Musikplatz Grünberg ein. Denn der saß bereits als Schüler neben Humphrey.

In Gießen sei er das erste Mal, gibt der passionierte Schlagzeuger in seinen einführenden Worten preis. Deutschland habe er allerdings schon einige Male bereist, was nicht verwundert. Immerhin spielte er mit Musikgrößen wie Frank Zappa und Don Ellis zusammen. Es ist sein Job, sagt er im lässigen American English, in Bands zu spielen, wie auch als Studiomusiker Aufträgen nachzugehen. Bei seiner Tätigkeit als Lehrer geht es ihm darum, seine Schüler dahin zu bringen, wo sie selber Musik fühlen. Basis dessen ist natürlich das Handwerk. Auf vorhandenen Fähigkeiten aufbauend, legt er den Schülern einen kreativen Umgang mit dem Instrument nahe, was auch beinhaltet, von traditionellen Mustern einmal abzuweichen.

Üben ist für Humphrey mehr als das Erlernen von Techniken – es gehe nicht darum, der schnellste Schlagzeuger zu sein, sondern zu fühlen, was man tut und was die Band braucht. Eine gefühlsmäßige Herangehensweise, die wohl erst auf den zweiten Blick zum Instrument Schlagzeug passt. Humphrey nimmt man seine emotionale Verbundenheit ab.

Der eher schmächtige Mann mit grauem Haar steht immer wieder auf, unterstützt seine Worte gestenreich. Er illustriert mit musikalischen Beispielen aus dem Jazz und dem Swing, da ist er plötzlich der Schlagzeuger, der mit gekonnten »paradiddles« den Zuschauern wie auch sich selbst ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Humphrey gibt seinem Publikum an diesem Abend einen Einblick in sein konzeptuelles Denken als Schlagzeuger und zitiert umfangreich aus seinem demnächst erscheinenden Lehrbuch zum »Creative Practicing«. Für nur fünf Euro bekam selbst der jüngste Zuschauer ohne Englischkenntnisse Gutes zu hören – rhythmischen Ohrenschmaus aus L.A. ali



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