04. Dezember 2018, 21:54 Uhr

»Schiene Chreasdoag«

04. Dezember 2018, 21:54 Uhr
Ein erster Konzertabend von Posaunenchor mit den Bänkelsängern des Knuts Hut Clubs ist ein großer Erfolg. (Foto: hso)

Feldatal-Groß-Felda (hso). Das intensive Proben in den letzten Wochen hat sich gelohnt, so lautete der übereinstimmende Tenor der Bläserinnen und Bläser des evangelischen Posaunenchores Groß-Felda und der Bänkelsänger vom Knuts Hut Club (KHC). Herausgekommen ist dabei ein wunderbarer Konzertabend, der alle Erwartungen übertraf. Bis auf den letzten Platz war die Kirche besetzt und dabei musste sogar noch hinter der eigentlichen Abtrennung Raum geschaffen werden. Das Publikum war begeistert von den tollen Musikstücken der Bläser und der Sänger.

Nach der Eröffnungsmusik, dem »Trumpet Voluntary« von Jeremiah Clark, begrüßte Vorsitzender Gerhard Zulauf die Gäste, dabei besonders die »Bänkelsänger«, die zum allerersten Mal mit dabei waren. Er verwies darauf, dass der Posaunenchor diese Abendmusik im Advent nun schon zum 59. Male veranstaltet und das seit der Gründung 1959. Immer wieder hätten es die Verantwortlichen im Chor in all den Jahren geschafft, dem Publikum ein attraktives Programm zu bieten. Auch zum 60. Geburtstag 2019 werde das dann wieder so sein, stellte der Vorsitzende in Aussicht.

Chorleiter Dirk Weber lud die Gäste dazu ein, einfach einmal innezuhalten und der guten handgemachten Musik zu lauschen. Im Konzert selbst kam auch der Gemeindegesang nicht zu kurz, was für eine entsprechende Auflockerung des Abends sorgte. Zwischen den einzelnen Darbietungen gab es Psalme und Lesungen von Lektorin Regina Pfeif zu hören.

Dann kam der erste Auftritt der »Bänkelsänger«, und schon gleich wurde deutlich, wen man sich für dieses Konzert eingeladen hatte. Mit ihrem A-cappella-Gesang begeisterten die acht Sänger mit den Stücken »Amazing Grace«, »Hymn« sowie »Was bleibt...«, und die ersten spontanen Jubelrufe waren bereits aus dem Publikum zu hören. Zusammen mit den Bläsern sang danach die Gemeinde »Macht hoch die Tür«, man hörte eine Lesung von Regina Pfeiff und lauschte danach den Klängen des Stückes »Yellow Mountain« von Jacob de Haan, welches von den Bläserinnen und Bläsern sauber, einfühlsam und stimmungsvoll intoniert wurde.

Bei einem Besuch in St. Moritz in der Schweiz, wo er als Dirigent arbeitete, inspirierten Jacob de Haan die »Rhätischen Alpen« und das Leuchten der kräftigen Herbstfarben ringsum die Stadt, dieses Musikstück zu schaffen.

Shakin’ Stevens in Fealler Platt

Ein besonderer Höhepunkt war dann der nächste Auftritt der Bänkelsänger. Mit drei Stücken in Fealler Platt und handgemachten Texten sorgten sie für eine nicht für möglich gehaltene Stimmung. »Schiene Chreasdoag« nach der Melodie »Merry Christmas Everyone« von Shakin’ Stevens handelt unter anderem von Ruhe und Besinnung in der Vorweihnachtszeit, und von »zu Hause innerm Chreastbaam in de Wohnstobb bei de Oma«. »Cheasdoag deaheem« nach einer Melodie von der Gruppe »Kork« schildert die Situation eines Menschen, der beruflich über Weihnachten unterwegs sein muss, die Tage einsam an einer Hotelbar verbringt und dabei an zu Hause denkt. Der Refrain des Liedes, der im Dreivierteltakt gesungen wurde, animierte dabei das fröhliche und begeisterte Publikum jedes Mal zum mitschunkeln. Es folgte »Wann om Himmel die Stern all daanse« begleitet von Akkordeon (Günter Seim) und Gitarre (Peter Seim). Nach einer weiteren Lesung und dem Gemeindelied »Wir sagen euch an den lieben Advent« spielte dann der Posaunenchor im Doppelpack zunächst »Gabriellas Song« und danach »Lenas Song« von Stefan Dan Nilson aus dem berühmten Film »Wie im Himmel«. In beiden Vorträgen begeisterte der Chor durch seine Dynamik. Die ständigen Wechsel von einem gepflegten Pianissimo, über Piano, Mezzoforte, Forte und Fortissimo zogen dabei die Konzertbesucher voll in ihren Bann. Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensglück, sowie auch Ängste und schwere Gedanken waren in beiden Vorträgen zu spüren.

Nach einer Melodie von den Wise Guys sangen die Bänkelsänger noch »Wie kann es sein« und nochmals in Fealler Platt nach einem Gitarren-Intro das Lied mit Akkordeon Begleitung »Weit, weit weg«. Immer wieder gab es für die Bläser und Sänger für ihre Beiträge begeisterten Applaus. Nach den Abkündigungen und einem gemeinsam gebeteten »Vaterunser« traten dann Sänger und Bläser schließlich gemeinsam mit dem »Irischen Segenslied »Möge die Straße...« auf. Nach einer A-cappella-Strophe der Sänger und einem Vorspiel der Bläser sang man mit der Gemeinde dieses stimmungsvolle Schlusslied.

Das Publikum war so begeistert, dass es zu stehenden Ovationen kam. Mit Trampeln und nicht enden wollendem Applaus forderte man von den Bläsern noch unbedingt eine Zugabe. Dieser Bitte kam man mit dem bekannten Lied »Highland Cathedral« nach. Von allen Seiten war nach dem Konzertabend viel Lob und Anerkennung für diesen gelungenen Abend zu hören. Eine Neuauflage dürfte mit Sicherheit folgen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Evangelische Kirche
  • Gießen
  • Groß-Felda
  • Konzertabende
  • Melodien
  • Musikalische Werke und Musikstücke
  • Posaunenchöre
  • Sänger
  • Herbert Schott
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen